Landminen-Bericht

Geächtete Waffen – Russland setzt Landminen in der Ukraine ein

Russland hat nach Angaben der internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) in der Ukraine mindestens sieben verschiedene Arten der international geächtete Landminen eingesetzt (Archivbild).

Russland hat nach Angaben der internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) in der Ukraine mindestens sieben verschiedene Arten der international geächtete Landminen eingesetzt (Archivbild).

Genf. Russland hat nach Angaben der internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) in der Ukraine mindestens sieben verschiedene Arten der international geächtete Landminen eingesetzt. Es war das einzige Land neben Myanmar, das zwischen Mitte 2021 und Oktober 2022 auf solche Waffen zurückgegriffen hat, wie es im jährlichen Bericht Landminen-Monitor hieß. Die Minen wurden in von der Ukraine zurückeroberten Gebieten entdeckt und teils geräumt. Moskau habe Kiew vorgeworfen, selbst Landminen gelegt zu haben. Diese Angaben hätten aber nicht unabhängig verifiziert werden können.

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Mehr als 5500 Tote oder Verletzte im Jahr 2021 durch Landminen

Landminen sind oft nur so groß wie ein Handteller und können vom Boden oder aus der Luft mit Raketen über größere Gebiete verteilt werden. Sie liegen im Boden und explodieren, wenn jemand sich nähert oder darauf tritt. Die meisten Opfer sind Zivilisten.

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Mehr als 5500 Menschen seien 2021 durch Landminen und andere im Boden verbliebene Munitionsreste getötet oder verletzt worden, heißt es in dem Bericht vom Donnerstag. Das sind rund 1500 weniger als 2020.

Die Militärdiktatur Myanmar nutzt Landminen dem Bericht zufolge, um Anschläge auf Infrastruktur wie Pipelines, Mobilfunktürme oder Rohstofffirmen zu verhindern. In mindestens fünf Ländern hätten nichtstaatliche Akteure Landminen eingesetzt, darunter unter anderem in Kolumbien, Indien und der Demokratischen Republik Kongo. In mindestens 60 Ländern lägen noch scharfe Landminen in den Böden.

In elf Ländern würden diese Waffen noch produziert, heißt es in dem Bericht. Die wichtigsten seien Indien, der Iran, Myanmar, Pakistan und Russland. Die USA sind zwar nicht unter den 164 Vertragsstaaten der Konvention, aber die Regierung von Präsident Joe Biden hält sich an das Produktionsverbot. Sri Lanka war 2021 das 94. Land, das die Vernichtung seines gesamten Landminenarsenals meldete. Insgesamt seien in dem Jahr mehr als 55 Millionen Landminen vernichtet worden.

Die Konvention über das Verbot von Landminen und über deren Vernichtung, auch Ottawa-Vertrag genannt, trat 1999 in Kraft. Nicht unter den Vertragsstaaten sind neben den USA, Russland und Myanmar auch China, Indien, Israel und Syrien. Auf den Weg gebracht wurde die Konvention von der Kampagne ICBL mit Nichtregierungsorganisationen in mehr als 100 Ländern, die dafür 1997 den Friedensnobelpreis erhielt.

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RND/dpa

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