Tipps von der Expertin

Frist für die Steuererklärung verpasst? Was jetzt zu tun ist

Eine Frau füllt Formulare für die Steuererklärung aus.

Hilfe – die Steuerklärung war am 31. Oktober fällig. Hier ein paar Tipps für all diejenigen, die spät oder zu spät dran sind.

Der Oktober – und für manche das lange Wochenende – ist vorbei und der erste Schreck lässt nicht lange auf sich warten: Am 31. Oktober endete die Frist für die Steuererklärung. Wegen der Pandemie wurde die Abgabefrist vom 31. Mai auf den 31. Oktober verschoben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wer in einem Bundesland lebt, wo der 31. Oktober als Feiertag zählt, hat noch einmal Glück gehabt: Hier verschiebt sich die Frist auf den Werktag danach. Bis um Mitternacht bleibt noch Zeit, sich in letzter Minute an die Erklärung zu setzen und sie rechtzeitig abzugeben. Doch auch für alle anderen lohnt es sich, die Erklärung auch noch verspätet an das Finanzamt zu schicken.

Hinauszögern schafft nur zusätzliche Arbeit und Probleme

„Wenn man verpflichtet ist, eine Steuererklärung einzureichen und sie nicht abgibt, drohen die Festsetzung eines Verspätungszuschlags, möglicherweise sogar eines Zwangsgeldes oder als letztes Mittel eine Steuerschätzung, die in der Regel zuungunsten des Steuerpflichtigen ausfällt“, warnt Jana Bauer, stellvertretende Geschäftsführerin des Bundesverbandes Lohnsteuerhilfevereine.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der Verband vertritt mehr als 300 Lohnsteuerhilfevereine, die insgesamt mehr als vier Millionen Mitglieder zählen. Am Ende entbänden aber selbst diese Mittel nicht von der Pflicht, die Steuererklärung einzureichen. „Das Hinauszögern schafft nur zusätzliche Arbeit und Probleme, ohne dass man um die Steuererklärung herumkommt.“

Der Verspätungszuschlag liegt bei 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer oder mindestens bei 25 Euro. Wer Steuern zurückbekommt, kann laut vereinigter Lohnsteuerhilfe darauf hoffen, dass das Finanzamt ein Auge zudrückt und keinen Verspätungszuschlag einfordert. Sogar diejenigen, die Steuern nachzahlen müssen, haben nicht zwangsläufig mit dem Zuschlag zu rechnen. Denn das liegt im Ermessen des zuständigen Finanzamts. Erst wenn die Steuerklärung nach 14 Monaten immer noch nicht nachgereicht wurde, wird der Zuschlag in jedem Fall fällig. Diejenigen, die die Frist verpasst haben, sollten sich also schnellstmöglich an die Erklärung setzen, damit keine weiteren Kosten anfallen.

Unbezahlbar

Unser Newsletter begleitet Sie mit wertvollen Tipps und Hintergründen durch Energiekrise und Inflation – immer mittwochs.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Für viele lohnt es sich, eine Steuererklärung zu machen

Eine Fristverlängerung wird seit einer Gesetzesänderung 2019 nicht mehr so leicht bewilligt. Wer das versuchen möchte, muss diese in jedem Fall schriftlich beim Finanzamt beantragen. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe geht davon aus, dass die Abgabefrist in diesen Ausnahmefällen auf Ende November verlängert wird.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Für viele lohnt es sich, eine Steuererklärung zu machen, weil sie mit einer Steuererstattung rechnen können“, sagt Jana Bauer. „Wir empfehlen deshalb regelmäßig, die Steuererklärung freiwillig einzureichen, auch wenn keine Abgabepflicht besteht.“ Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die durchschnittliche Rückerstattung im Jahr 2018 bei 1072 Euro.

Für 2021 könnten viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einiges in ihrer Erklärung geltend machen: Dazu gehören Fahrtkosten und eine Homeoffice-Pauschale. Auch Menschen mit Behinderungen haben mehr Erstattungsmöglichkeiten als bisher.

Alfons Schuhbeck hat seinen Namen zu einer Marke gemacht.

Der tiefe Fall des Alfons Schuhbeck

Alfons Schuhbeck war Starkoch und als Wirbelwind überall zugange. Doch nun wurde er wegen Steuerhinterziehung zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Mit Steuerberater verlängert sich die Frist

Wer die Erklärung nicht allein in Angriff nehmen möchte, kann sich Unterstützung bei einer Steuerberaterin oder einem Lohnsteuerhilfevereinen suchen. „Das raten wir denjenigen, die sich nicht gut mit dem Thema Steuern auskennen, denen es zu lästig ist und auch denjenigen, die viele Ausgaben steuerlich geltend machen können“, sagt Jana Bauer. Wer Mitglied in einem Lohnsteuerhilfeverein ist oder einen Steuerberater engagiert, dem wird die Steuererklärung abgenommen und die Abgabefrist verlängert sich automatisch bis Ende August des kommenden Jahres.

Was den Mitgliedern nicht abgenommen wird, ist das Sammeln von Belegen und relevanten Informationen. Und die Hilfe hat ihren Preis: Die Mitgliedschaft ist in der Regel nach Einkommen gestaffelt und beträgt im Durchschnitt 150 Euro. Wer nicht bereit ist, eine Mitgliedschaft einzugehen, kann sich auch die Hilfe von Computerprogrammen suchen. Es gebe Programme mit guten Hinweisen und Hilfestellungen.

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen