AfD-Chef fordert Mandatrückgabe

Bundestagsabgeordnete Joana Cotar tritt aus der AfD aus

Joana Cotar tritt aus der AfD aus. (Archivbild)

Joana Cotar tritt aus der AfD aus. (Archivbild)

Die AfD hat eines ihrer bekannteren Gesichter verloren. Die hessische Bundestagsabgeordnete Joana Cotar gab am Montag ihren Austritt aus Partei und Fraktion bekannt. Auf ihrer Website begründete Cotar, die zur moderaten Strömung der Partei zählte und zwischenzeitlich Mitglied des Bundesvorstandes war, ihren Schritt mit innerparteilichen Intrigen und dem außenpolitischen Kurs der AfD. Sie schrieb: „Im Kampf gegen innerparteiliche Gegner ist Dauermobbing an der Tagesordnung - angefeuert von der Spitze der Partei und ihrer Netzwerke.“ Darüber sei der „Kampf um ein besseres Deutschland“ in den Hintergrund gerückt.

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Der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Bernd Baumann, bemühte sich, den Austritt von Cotar als Folge erfolgloser Kandidaturen für Spitzenpositionen in Partei und Fraktion darzustellen. Er sagte, hier gehe es wohl eher um „Enttäuschungen, sich nicht durchgesetzt zu haben“. Dass sich Cotar „unglücklich fühlte“, sei schon länger bekannt gewesen. Er kritisierte, dass sie ihr Mandat behalten will.

AfD-Chef Chrupalla fordert Rückgabe des Mandats

AfD-Chef Tino Chrupalla sagte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) zum Austritt der Politikerin aus der Partei: „Joana Cotar hat sich schon längere Zeit inhaltlich und persönlich von der Partei und ihrer Arbeit in der Fraktion entfernt. Das bedauern wir und erachten den Schritt des Parteiaustritts für konsequent.“ Auch er kritisiert, dass sie ihr Mandat behalten will. „Ihr Mandat sollte sie zurückgeben“, so seine Meinung. „Das gehört zur Ehrlichkeit, die sie selbst immer eingefordert hat.“

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„Nicht der extreme Rechtsaußen-Rand der AfD ist das Problem“

Im Gegensatz zu anderen ehemaligen AfD-Mitgliedern, die sich in den vergangenen Jahren aus der Partei verabschiedet hatten, begründete die Digitalpolitikerin Cotar ihren Schritt nicht direkt mit einem weiteren Rechtsruck der AfD. Cotar schrieb vielmehr: „Nicht der extreme Rechtsaußen-Rand der AfD war und ist das Problem, der war immer in der Minderheit.“ Problematischer seien „die Opportunisten, die für Mandate ihre Überzeugungen aufgeben, sich kaufen lassen und morgen das Gegenteil dessen vertreten, für das sie heute noch stehen“.

Außerdem kritisierte Cotar „die große Nähe führender AfD-Funktionäre zum Präsidenten der Russischen Föderation“, Wladimir Putin. Dies wolle und werde sie nicht mehr mittragen. Sie hielt fest: „Die Anbiederung der AfD an die diktatorischen und menschenverachtenden Regime in Russland, China und jetzt auch den Iran sind einer aufrechten demokratischen und patriotischen Partei unwürdig.“

AfD hat seit Gründung zahlreiche prominente Mitglieder verloren

Die AfD hat seit ihrer Gründung vor fast zehn Jahren zahlreiche prominente Mitglieder verloren. Einer von ihnen ist der Europaparlamentarier Jörg Meuthen. Der langjährige Parteivorsitzende, mit dem Cotar im Parteivorstand eine Zeit lang gemeinsame Ziele verfolgte, hatte die AfD im Januar verlassen.

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RND/dpa/hsc/jps

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