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Erste schwarze Regierungssprecherin

Neue Biden-Sprecherin Jean-Pierre: Aufbruch in schwierigem Umfeld

Karine Jean-Pierre ist die neue Sprecherin von US-Präsident Joe Biden.

Washington. Normalerweise geht es im engen Briefing Room des Weißen Hauses nüchtern-geschäftsmäßig zu. Die Sprecherin des Präsidenten verkündet vor der blauen Wand mit den zwei Gipssäulen die offiziellen Neuigkeiten, und unmittelbar danach wird sie von den Korrespondenten, deren Medien sich einen der nur 49 Sitze im Raum sichern konnten, ins Kreuzverhör genommen.

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Am Donnerstagabend aber gab es einen kurzen emotionalen Moment. Wie üblich trat Jen Psaki, die notorisch coole Sprecherin von Joe Biden, ans Pult. Doch an ihre Seite bat sie ihre bisherige Stellvertreterin Karine Jean-Pierre.

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Rein optisch boten die sommersprossig-rothaarige Psaki, deren Familie irisch-griechische Wurzeln hat, und die auf der Karibikinsel Martinique geborene lockenköpfige Jean-Pierre einen interessanten Kontrast. „Meine Freundin, meine Kollegin und meine Mitstreiterin für die Wahrheit“, stellte Psaki ihre Nachfolgerin vor. Jean Pierre werde den Posten als erste Schwarze bekleiden: „Repräsentanz ist wichtig!“

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Ein paar Reporter klatschten, was an dieser Stelle unüblich ist. Tatsächlich sendet Präsident Biden mit der Berufung der 44-Jährigen auf den sichtbarsten Job in seiner Regierung ein gesellschaftspolitisches Aufbruchssignal aus: Wenn Jean-Pierre Mitte des Monats die Sprecherfunktion offiziell übernimmt, wird die in New York aufgewachsene Tochter haitianischer Eltern nicht nur die erste dunkelhäutige, sondern auch die erste lesbische Frau auf dem Posten sein. Gemeinsam mit ihrer Partnerin hat sie eine Tochter adoptiert. „Es ist ein sehr emotionaler Tag“, gestand Jean-Pierre in einer kurzen Rede: „Ich hoffe, dass ich Menschen stolz mache.“

Wortgefechte mit dem Fox-News-Reporter

Die Schonfrist für die Newcomerin im harten amerikanischen Nachrichtengeschäft dürfte sehr bald vorbei sein. Die Reporter im Briefing Room fragen viel, schnell und unerbittlich. Und die Polarisierung der US-Gesellschaft spiegelt sich in den Medien. Fox-Reporter Peter Doocy verwickelte Psaki immer wieder in regelrechte Wortgefechte, aus denen die Sprecherin meist als Siegerin hervorging. „Schade, dass Sie gehen!“, sagte Doocy am Donnerstag. „Wirklich?“, konterte Psaki schlagfertig.

Hillbillys Teufelspakt: die verstörende Verwandlung des einstigen Trump-Kritikers J.D. Vance

Der Autor J.D. Vance wurde weltweit als kritischer Erklärer des Trump-Erfolgs im amerikanischen Rostgürtel gelesen. Nun drängt der 37-Jährige mit rechtsnationalen Parolen selbst in den Senat. Seine verstörende Verwandlung illustriert auch die ungeheure Dominanz des Ex-Präsidenten über die Republikaner.

Bei ihren bisherigen Auftritten hat es Jean-Pierre an dieser souveränen Nonchalance noch etwas fehlen lassen. Doch bringt die Frau, die schon in beiden Wahlkampagnen von Ex-Präsident Barack Obama arbeitete, nach Einschätzung des Präsidenten „die Erfahrung, das Talent und die Integrität“ mit, den Job gut zu meistern.

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Die Umstände sind schwierig: Nach anderthalb Jahren im Amt dümpelt Biden bei miserablen Zustimmungswerten von 42 Prozent herum. Viele Amerikaner sorgen sich wegen der Inflation, der wachsenden Kriminalität und der Zuwanderung über die mexikanische Grenze. Schon im Herbst könnten die Demokraten ihre Mehrheit im Kongress verlieren.

Auf die neue Sprecherin wartet also eine enorme kommunikative Herausforderung. Jen Psaki wird sich die Entwicklung derweil von der anderen Seite aus anschauen: Sie wechselt als Moderatorin eines Politmagazins zum linken Fernsehsender MSNBC.

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