Viel fliegen fürs Klima?

Klimakonferenz: Regierungsflieger von Scholz parkt Hunderte Kilometer entfernt in Zypern

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei seiner Ankunft in Ägypten – der Flieger hob gleich wieder ab.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei seiner Ankunft in Ägypten – der Flieger hob gleich wieder ab.

Die Weltklimakonferenz in Ägypten ist in vollem Gange. Mit dabei ist auch Bundeskanzler Olaf Scholz. Er reiste, wie andere Staats­ober­häupter auch, mit dem Flieger nach Scharm el Scheich. Parken durfte die Maschine allerdings nicht am Zielflughafen. Stattdessen stieg der Kanzler aus und der Flieger hob ab gen Zypern. Dort, 800 Kilometer entfernt, wartet das Flugzeug nun darauf, den Kanzler wieder einzusammeln.

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Dieses unkonventionelle Prozedere wirft Fragen auf. Denn im Anbetracht des thematischen Fokus der Konferenz erscheinen diese „Leerflüge“ alles andere als einleuchtend. Informationen der Bundes­regierung zufolge habe es „Visa-Probleme der Crew“ gegeben, schreibt die „Bild“, die als Erstes berichtete.

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Wenn Werbepartnerschaften für Empörung sorgen: Der Getränkegigant Coca-Cola ist ein riesiger Abfallproduzent – und Hauptsponsor des Weltklimagipfels.

Szenen wie in Glasgow?

Aber der Blick auf die vergangene Klimakonferenz in Glasgow verrät, warum das Umparken der Flieger notwendig erscheint. Beim COP26 hatte es einen sprichwörtlichen Flugzeugstau gegeben – angrenzende Flughäfen waren überlaufen mit Pivatjets und Regierungs­maschinen. Die Bilder machten Schlagzeile. Die Vermutung liegt nun nahe, dass man diesem Chaos in Ägypten vorbeugen will.

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Tatsächlich ist der Kanzlerflieger nicht die einzige Maschine, die nicht in Scharm el Scheich steht. Auch in den ägyptischen Städten Assuan, Hurghada und Luxor stehen Maschinen der angereisten Regierungsvertreter. Von den rund 110 Staats- und Regierungschefs, 2000 Rednern und mehr als 35.000 Delegierten sind die meisten mit dem Flugzeug angereist.

Schlechte Anbindung zwingt Klima­aktivistin in den Flieger

Die Anbindung des ägyptischen Badeorts ist schlecht. Das musste auch die Klimaaktivistin Luisa Neubauer anerkennen: Nach fünftägiger Bahn- und Busreise in die Türkei flog sie von dort aus per Kurzstrecke nach Ägypten.

Die deutsche Delegation reiste derweil nicht mit dem Kanzler. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne), Landwirtschafts­minister Cem Özdemir (Grüne) und Entwicklungs­ministerin Svenja Schulze (SPD) kamen aufgrund verschiedener Termine unabhängig nach Ägypten – und zwar per Linienflug.

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RND/rix

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