Botschafter des russischen YouTubes

Klitschko-Fakes: Russische Komiker laut Bericht von Gazprom-Tochter bezahlt

Die russischen Komiker Vladimir Krasnow „Wowan“ (l) und Alexej Stoljarow „Lexus“ geben eine Pressekonferenz (Archivbild).

Die russischen Komiker Alexej Stoljarow und Vladimir Krasnov alias „Lexus“ und „Wowan“ haben in den vergangenen Wochen prominente Politikerinnen und Politiker in ganz Europa mit gefälschten Videotelefonaten mit dem Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko öffentlich bloßgestellt. Das berichtet die „Tagesschau“ am Donnerstag und bezieht sich hierbei auf ein Interview der beiden Komiker mit dem Politikmagazin „Kontraste“.

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Unter den Politikerinnen und Politikern seien Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey, EU-Innenkommissarin Ylva Johansson und andere Stadtoberhäupter gewesen. Im Interview geben Lexus und Wowan laut Tagesschau-Informationen zu, Botschafter der russischen Videoplattform „Rutube“ zu sein und von dieser auch bezahlt zu werden. Rutube ist eine Kopie des Unternehmens „Youtube“ und ein Tochterunternehmen von Gazprom Media, die zum staatlichen Gazprom-Konzern gehört.

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Kontrollierter Humor

Laut Jānis Sārts, Direktor des Nato-Exzellenzzentrums für Strategische Kommunikation, sei das Eingeständnis von Stoljarow eine wichtige Bestätigung: „Das heißt, dass sie für das, was sie tun eindeutig Staatsgelder erhalten“, sagt Sārts gegenüber „Kontraste“. Laut Sārts seien die humoristischen Angriffe gegen ausschließlich westliche Politikerinnen und Politiker besonders Kreml-freundlich.

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Der Humor der beiden Komiker sei allerdings längst nicht ungefährlich. „Sie verkaufen sich als harmlose Spaßvögel“, sagt Julia Smirnova, Analystin des „Institute for Strategic Dialogue“ dem Magazin „Kontraste“ und macht deutlich, dass ihre Inhalte dabei jedoch hochpolitisch seien, da ihre „Pranks“ im Sinne des Kreml gewählt sind.

Ziel: Gegner unglaubwürdig machen

Auch der ehemalige BND-Präsident Gerhard Schindler bezieht Stellung zu den beiden Komikern und erklärte im Interview, dass mittels eines „gigantischen Informationskrieg“ versucht werde, den Gegner unglaubwürdig zu machen. „Die schärfste Waffe in diesem Informationskrieg ist der Humor, ist der Witz, der Spott, um den Gegner lächerlich zu machen und zu delegitimieren“, sagt Schindler gegenüber „Kontraste“.

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Bisher veröffentlichten Wowan und Lexus laut der Tagesschau nur Aufnahmen von der EU-Innenkommissarin und von Warschaus Stadtpräsident. Lexus zufolge sollen die übrigen Aufnahmen und somit auch jene von Franziska Giffey kommende Woche folgen.

RND/simm

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