Neues Führungsduo

Linken-Parteitag wählt Wissler und Schirdewan an Parteispitze

25.06.2022, Thüringen, Erfurt: Martin Schirdewan und Janine Wissler (beide Die Linke), stehen nach der Wahl als Parteivorsitzende auf der Bühne beim Bundesparteitag der Linken in der Messe Erfurt. Die Linke wählt am selben Tag eine neue Führung, um nach Wahlschlappen, Streit und Sexismus-Vorwürfen wieder Tritt zu fassen.

Die Linken haben eine neue Doppelspitze gewählt: Die amtierende Linken-Chefin Janine Wissler und Europapolitiker Martin Schirdewan bilden die neue Spitze der Bundespartei. Das entschieden am Samstag die Mitglieder des Bundesparteitags der Linken in Erfurt. Wissler war nach einer Reihe von Schlappen bei Bundestags- und Landtagswahlen sowie internen Grabenkämpfen umstritten. Doch setzte sie sich im ersten Wahlgang gegen zwei Mitbewerberinnen für den für Frauen vorgesehenen Platz durch.

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Die 41-jährige Hessin Wissler erhielt rund 57,5 Prozent der Stimmen, der Berliner Schirdewan 61,3 Prozent. Wissler hatte am Freitag mit einer kämpferischen Rede zu Parteitagsbeginn für sich geworben. Sie räumte Fehler ein und warb zugleich für einer Erneuerung der Partei. Damit konnte sie offenbar viele Delegierte überzeugen. Wissler steht erst seit Februar 2021 an der Spitze der Linken. Ihre Co-Vorsitzende Susanne-Hennig Wellsow war im April entnervt zurückgetreten.

Gysi fordert Neustart

Der frühere Linke-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi verlangte auf dem Parteitag einen Neustart, damit die Linke 15 Jahre nach ihrer Gründung aus PDS und WASG nicht in die Bedeutungslosigkeit rutsche. Die Krise resultiere auch daraus, dass nicht mehr erkennbar sei, was Mehrheits- und was Minderheitsmeinung in der Linken sei. Er sprach von Denunziationen von Parteimitgliedern untereinander. „Das ist unerträglich.“

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Janine Wissler und Martin Schirdewan als Linkendoppelspitze gewählt

Der Parteitag soll für die Linke ein Neuanfang werden. Bei der letzten Bundestagswahl hatte die Partei nur 4,9 Prozent der Stimmen erhalten.

Der 74-Jährige appellierte an die Delegierten: „Hört auf mit dem ganzen kleinkarierten Mist in unserer Partei.“ Die Linke habe in der Gesellschaft einen Platz, der von keiner anderen Partei ersetzt werden könne. „Das Land braucht demokratische Sozialistinnen und Sozialisten.“

In Erfurt will die Linke auch ihre heftig umstrittene Haltung zu Russland und zu dessen Angriffskrieg in der Ukraine bestimmen.

RND/dpa/hyd

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