Demonstranten sind gespalten

Nach WM-Spiel gegen USA: Aufrufe zu neuen Protesten im Iran

Brennende Mülleimer bei Protesten gegen das iranische Regime in Teheran. (Archiv)

Brennende Mülleimer bei Protesten gegen das iranische Regime in Teheran. (Archiv)

Hannover/Teheran. In den sozialen Medien haben Nutzer im Iran zu Protesten nach dem WM‑Gruppenspiel zwischen dem Team ihres Landes und den USA am Dienstag aufgerufen. Auf Twitter hieß es etwa: „Unabhängig vom Ergebnis werden wir auf die Straßen aller Städte der Provinz Buschehr gehen und die Straßen mit Feuer anzünden.“ Die Triebfeder dieser User scheint der Versuch zu sein, mögliche regime­freundliche Feiern nach dem Spiel zu beeinflussen oder ihnen entgegenzutreten.

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Unklar ist allerdings, ob diese Demonstrationen tatsächlich stattfinden werden. Denn andere Nutzer lehnen die für nach der Partie geplanten Proteste mit dem Verweis auf organisierte Demonstrationen zwischen dem 5. und 7. Dezember ab.

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Unterdessen hat erstmals ein iranischer General im Zusammenhang mit den anhaltenden systemkritischen Protesten von vielen Todesopfern gesprochen. General Amir-Ali Hadschisadeh, der Kommandeur der Luft- und Raumfahrtabteilung der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), sprach in einer Rede von mindestens 300 Toten, wie ein Video des Onlineportals Tabnak am Dienstag zeigte.

Wohl mindestens 450 getötete Demonstranten im Iran

Er erwähnte dabei auch Märtyrer – gemeint sind damit getötete Sicherheitskräfte und Polizisten. Die Revolutionsgarden sind im Iran die Eliteeinheit der Streitkräfte und wichtiger als das klassische Militär.

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Bisher hatten vor allem Menschenrechtler die Zahl der Todesopfer dokumentiert. Die in den USA ansässige Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) etwa ging in einer jüngsten Schätzung infolge der Niederschlagung der Proteste von mindestens 450 getöteten Demonstrierenden aus, darunter sollen auch 64 Kinder sein. Außerdem sollen 60 Sicherheitskräfte ums Leben gekommen sein.

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Auslöser der Massenproteste gegen das System der Islamischen Republik war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September. Sie starb in Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verhaftet worden war.

RND/tdi/dpa

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