Kanzler zur Gasabhängigkeit

Scholz über Energiekrise durch Putin: „Mir war früh klar, dass es dazu kommen könnte“

Bundeskanzler Olaf Scholz (Archivbild).

Bundeskanzler Olaf Scholz (Archivbild).

Bundeskanzler Olaf Scholz ist der Auffassung, die Gefahren der deutschen Abhängigkeit von russischem Gas schon früh erkannt zu haben. In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ hat er dies nun auch näher begründet. Angesprochen auf Putins Einsatz von „Energie als Waffe“ sagte er: „Mir war schon früh klar, dass es dazu kommen könnte.“ Daher habe er den Schluss gezogen: „Wir können zwar das günstige Gas aus Russland nutzen, aber wir dürfen uns nicht davon abhängig machen, sondern müssen uns auch andere Bezugsquellen erschließen.“

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+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Als Erster Bürgermeister von Hamburg habe er daher für LNG-Terminals an der norddeutschen Küste geworben. „Leider vergeblich“, räumte er ein. In seiner Zeit als Bundesfinanzminister habe er das Ziel weiterverfolgt. „Unter anderem hat die Vorgängerregierung ein Gesetz beschlossen, das die Planungen für die LNG-Terminals in Brunsbüttel, Stade und Wilhelmshaven wirtschaftlicher machte.“ Davon profitiere Deutschland heute.

Allerdings hätten dafür keine Geldgeber gewonnen werden können, erklärte der Bundeskanzler, weshalb es dort nie zu Investitionen kam.

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Scholz: Merkel hatte keinerlei Pläne

Ob er in der vorherigen Bundesregierung, in der er unter der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel Finanzminister war, mit seiner Haltung allein war, wollte Scholz nicht beantworten. Nur so viel sagte er: „Kurz nach meiner Wahl zum Bundeskanzler habe ich die zuständigen Abteilungen im Kanzleramt gefragt, was wir eigentlich machen, wenn kein Gas aus Russland mehr kommen sollte. Dafür gab es leider keinerlei Pläne.“

Bundeskanzler bestreitet Drohungen von Putin

Außerdem dementierte Scholz, dass Putin ihm mit einer Ausweitung des Krieges gedroht habe. „Meldungen, die ich über angebliche Drohungen in diesen Gesprächen gelesen habe, sind falsch“, so seine Darstellung.

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Gleichzeitig warnte er vor unbesonnenen Schritten im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Er gehe nicht davon aus, dass sich der russische Krieg gegen die Ukraine zum Weltkrieg ausweite, aber die Gefahr dürfe man zumindest nicht aus den Augen verlieren, sagte Scholz der „Welt am Sonntag“. In einer so gefährlichen Lage verbiete sich jeder unbesonnene Schritt. „Es darf nicht zu einem direkten Konflikt zwischen Russland und der Nato kommen“, betonte er.

Darin sei er sich mit US-Präsident Joe Biden einig. Zugleich unterstütze man die Ukraine aber nach Kräften. Nach den USA sei Deutschland einer der stärksten Unterstützer der Ukraine - finanziell, humanitär und auch mit Waffen, sagte Scholz.

RND/sf/epd

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