Osteuropa-Experte rechnet mit längerem Ukraine-Krieg

Der Professor für Kultur und Literatur Mittel- und Osteuropas, Alexander Wöll, forscht und lehrt unter anderem über ukrainische und russische Gegenwartsliteratur.

Potsdam. Der Osteuropa-Experte Alexander Wöll geht nicht von einem baldigen Ende des Kriegs in der Ukraine aus.

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„Zunächst sah es so aus, dass der ukrainische Präsident (Wolodymyr Selenskyj) im Handumdrehen ermordet wird. Es entwickelt sich aber das, was ich erwartet hatte, dass das ein unglaublich blutiger und sehr, sehr langer Krieg wird“, sagte der Professor für Kultur und Literatur Mittel- und Osteuropas an der Universität Potsdam der Deutschen Presse-Agentur. Russlands Präsident Wladimir Putin habe den Angriff „jahrelang vorbereitet“.

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„Als er einen Essay im vergangenen Jahr über die Ukraine veröffentlichte, war schon etwas im Busch“, sagte Wöll, der auch Vorsitzender der Deutschen Assoziation der Ukrainisten - einer Fachgesellschaft - ist. „Russland will sich die früheren sowjetischen Teilstaaten zurückholen.“ In dem Aufsatz von Juli 2021 hatte Putin geschrieben, er sei zuversichtlich, dass eine wahre Souveränität der Ukraine nur in Partnerschaft mit Russland möglich sei.

Wöll: Dialog „völlig sinnlos“

Am Donnerstag griff Russland die Ukraine aus mehreren Richtungen an. Der Ukraine-Experte hält einen Dialog mit Putin in der jetzigen Situation für „völlig sinnlos“.

„Das will niemand hören, aber wir brauchen erstmal eine einsatzfähige Armee“, sagte Wöll. „Wir müssen dafür sorgen, dass sich Europa noch verteidigen kann. Es wird zu einem Eingreifen der Nato aber gar nicht kommen können, weil niemand den dritten Weltkrieg riskieren wird.“ In einer Fernsehansprache hatte Putin vor einem Angriff auf Russland gewarnt und darauf verwiesen, dass Russland eine „der mächtigsten Nuklearmächte der Welt“ sei.

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Der Potsdamer Wissenschaftler kritisierte das bisherige Vorgehen Deutschlands. „Nun stellt sich heraus, wie falsch Deutschland in den letzten Jahren in der Welt agiert hat“, sagte Wöll. „Wenn wir nichts militärisch machen und Wirtschaftssanktionen nicht funktionieren, haben wir - ohne Krieg gehabt zu haben - verloren.“

RND/dpa

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