Streik am Donnerstag

Pilotenstreik bei Eurowings: Vereinigung Passagier fordert schnelle Lösung

Reisende stehen am Flughafen am Check-in-Schalter der Fluggesellschaft Eurowings. Piloten von Eurowings sind heute in einen ganztägigen Streik getreten.

Reisende stehen am Flughafen am Check-in-Schalter der Fluggesellschaft Eurowings. Piloten von Eurowings sind heute in einen ganztägigen Streik getreten.

Berlin. Die Vereinigung Passagier fordert Piloten und Lufthansa dazu auf, sich schnellstmöglich an den Verhandlungstisch zu setzen. Beide Parteien sollten einander entgegenkommen und zeitnah eine Lösung des Konflikts finden, so die Interessenvertretung für Reisende.

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Der Grund: Höhere Personalkosten verursachen höhere Betriebskosten für die Fluggesellschaft – und somit auch mittelbar höhere Ticketpreise. „Nicht nur der Lufthansa-Konzern trägt hier Verantwortung für seine Kunden, sondern auch die Piloten. Denn wenn Flüge am Ende so teuer werden, dass sich viele Menschen diese nicht mehr leisten können, dann dürfte das auch nicht im Sinne des fliegenden Personals sein“, sagte der Vorsitzende Lars F. Corsten dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Lufthansa biete schlechten Kundenservice

Auch kritisiert die Vereinigung den fehlenden Kundenservice – denn die Lufthansa kümmere sich in solchen Situationen bisher nur marginal um ihre Passagiere.

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Ein Beispiel sei die mangelhafte Politik bei Rückzahlungen für Tickets: „Erstattungen erfolgen noch immer nicht automatisiert und werden grundsätzlich nur schleppend bearbeitet. Passagiere müssen umfassend, lückenlos und ohne zeitliche Verzögerungen durch Eurowings informiert werden“, sagte Corsten. Umbuchungen, auch auf andere Airlines, müssten außerdem automatisch vorgenommen werden.

Piloten streiken den ganzen Donnerstag

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte die Eurowings-Piloten zum Streik aufgerufen, nachdem die Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag gescheitert waren. Nach Angaben von Eurowings fiel gut die Hälfte aller Flüge aus. Die Airline ging davon aus, auch am Streiktag insgesamt über 30.000 Fluggäste ans Ziel zu bringen, wie ein Eurowings-Sprecher am Donnerstag sagte. Damit komme mehr als die Hälfte der gebuchten Passagiere ans Ziel. Durchschnittlich führt die Lufthansa-Tochter täglich rund 500 Flüge durch zu Reisezielen in Deutschland und Europa.

Der Gewerkschaft VC geht es in dem Konflikt um bessere Arbeitsbedingungen. Eine zentrale Forderung ist die Entlastung der Mitarbeiter beispielsweise durch eine Verringerung der maximalen Flugdienstzeiten. „Auch nach Streikbeginn haben wir noch keine Signale für Bewegung bei Eurowings bekommen“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Dabei habe das Thema große Bedeutung. „Wenn man immer am Limit schafft, ist das problematisch. So etwas hält man nur eine begrenzte Zeit aus.“

Eurowings: Streik sei unverhältnismäßig und unverantwortlich

Eurowings kritisiert den Streik schon vor Beginn als unverhältnismäßig und unverantwortlich. Personalchef Kai Duve nannte die Forderungen „in Zeiten, in denen sich Millionen Menschen vor einem kalten Winter und der nächsten Heizkostenrechnung fürchten“ maßlos und gefährlich für die Zukunftsfähigkeit des Flugbetriebs und die Arbeitsplätze.

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Zwar ist der Streik auf einen Tag begrenzt, dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass manche Passagiere auch am Freitag noch hier und da mit Problemen konfrontiert werden. Eurowings betonte, das Unternehmen treffe derzeit alle Vorbereitungen, um direkt nach Streikende zu einem normalen Flugbetrieb zurückzukehren. Ein Cockpit-Sprecher sagte allerdings: „Es dürfte Anlaufprobleme geben, weil Flugzeuge infolge des Streiks nicht da sind, wo sie seien sollten – und auch Crews nicht am richtigen Ort sind.“

Mit dpa

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