Panzerlieferung an Ukraine

Polens Verteidigungsminister hält deutsches Ringtauschangebot für unzureichend

Panzer der polnischen Armee vom Typ Leopard 2A4 bei einer Gefechtsübung (Archivbild).

Panzer der polnischen Armee vom Typ Leopard 2A4 bei einer Gefechtsübung (Archivbild).

Warschau. Der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak hat die bisherigen deutschen Angebote für einen Panzerringtausch als unzureichend kritisiert. Die Bundesregierung habe Warschau vor Kurzem ein Angebot über die Lieferung von 20 Leopard-2A4-Panzern unterbreitet, sagte der Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) in einem Interviewauszug, den das Nachrichtenportal „wPolityce.pl“ am Samstag veröffentlichte.

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Blaszczak bemängelte, dass es rund zwölf Monate dauern würde, die Panzer in einen betriebsfähigen Zustand zu versetzen. Zudem rechne die polnische Seite mindestens mit einem Panzerbataillon, das 44 Kettenfahrzeuge umfassen müsse. Blaszczak ließ offen, wie die Verhandlungen weitergehen werden. „Sicherlich gibt es Geschenke, die man nur mit großer Vorsicht annehmen sollte“, sagte der 52-Jährige. „Ihr geringer Wert dient später als nützlicher Vorhang, um die viel brutalere Realität zu verschleiern.“

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Baerbock hatte Probleme bereits eingeräumt

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hatte am Freitagabend eingeräumt, dass der Ringtausch für Waffenlieferungen an die Ukraine nicht so funktioniere wie geplant, die scharfe Kritik der polnischen Regierung aber zurückgewiesen.

Der Nato-Mitgliedstaat Polen hatte das Nachbarland Ukraine mit mehr als 200 Panzern sowjetischer Konstruktion im Kampf gegen den russischen Aggressor unterstützt. Aus Kreisen des Verteidigungsministeriums in Berlin hieß es bereits am Freitag, schon in einer frühen Phase seien Polen als Kompensation 100 verfügbare Panzer vom Typ Leopard 1 in gutem Zustand angeboten worden. Diese habe Polen als zu alt abgelehnt. Es sei deutlich geworden, dass Polen auf dem Leopard 2 bestehe. Aus Beständen der Bundeswehr seien diese aber nicht zu liefern.

RND/dpa

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