Familienministerin Spiegel verspricht bezahlten Urlaub für Eltern direkt nach der Geburt

Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) verabschiedet sich bei ihrem Besuch der Impfstraße für Kinder in Rhein-Neckar von dem elfjährigen Philipp.

Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) verabschiedet sich bei ihrem Besuch der Impfstraße für Kinder in Rhein-Neckar von dem elfjährigen Philipp.

Berlin. Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) hat für Eltern bezahlten Urlaub direkt nach der Geburt eines Kindes angekündigt. „Neu einführen werden wir, dass ein Elternteil - zumeist die Väter - für die ersten zwei Wochen nach der Geburt bei vollem Gehalt bei der Familie bleiben kann“, sagte Spiegel der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Montag). Bisher habe man dafür oft mühsam Tage zusammensparen müssen.

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Zudem sollen nach Angaben der Ministerin mehr Elterngeldmonate für Paare ermöglicht werden, die sich die Elternzeit aufteilen. „Wir wollen es stärker unterstützen, wenn Paare die Kinderbetreuung als gleichberechtigte Aufgabe begreifen“, sagte sie.

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Spiegel kündigte zudem Erleichterungen für pflegende Angehörige an. „Über eine Familienpflegezeit wollen wir außerdem Menschen, die Angehörige pflegen, eine berufliche Auszeit ermöglichen“, sagte sie weiter. „Dafür wollen wir eine ähnliche Leistung wie das Elterngeld schaffen“, sagte die Grünen-Politikerin.

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Durchhaltevermögen von Kindern belohnen

Zudem kann sich Spiegel vorstellen, das Durchhaltevermögen von Kindern in der Corona-Pandemie stärker zu belohnen. „Das Bundesfamilienministerium hat ja bereits ein Corona-Aufholpaket von einer Milliarde Euro geschnürt, damit Kinder wieder mehr Sport, Kultur und Freizeit erleben können“, sagte Spiegel der „Rheinischen Post“ (Montag).

„Aber ich bin offen dafür, dass es auch eine weitere Anerkennung für das solidarische Verhalten der Kinder in der Pandemie gibt. Beispielsweise in Form eines Zoogutscheins oder ähnlichem.“

Spiegel ärgern „voreilige Vorstöße“ für Kinder-Impfpflicht

Was sie als Ministerin ärgere, seien „voreilige Vorstöße“ für eine Kinder-Impfpflicht. Diskussionen darüber dürften nicht auf dem Rücken der Kinder geführt werden, mahnte sie. Kinder zeigten viel Verständnis und Solidarität. „Sie sind nicht die Treiber der Pandemie“, betonte Spiegel. Was die Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen bringe, seien ungeimpfte Erwachsene.

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Sie wünsche allen Familien in Deutschland, „dass sie über die Feiertage Gelegenheit zum Durchschnaufen haben werden“. Nach diesem kräftezehrenden Jahr sei das wichtig. „Der Weihnachtszauber darf Corona nicht zum Opfer fallen“, sagte Spiegel.

Sie appelliere aber an alle Menschen, die Kontaktbeschränkungen ernst zu nehmen und im kleinen Kreis zu feiern. „Am besten natürlich geimpft und getestet. Nur so können wir diese Pandemie besiegen und die fünfte Welle abwenden oder klein halten.“

RND/epd/dpa

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