Deutschlands Impfmeister Bremen: Bürgermeister Bovenschulte erklärt den Erfolg

Andreas Bovenschulte (SPD), Bürgermeister von Bremen, bei einer Regierungserklärung vor der Bürgerschaft (Archivbild).

Andreas Bovenschulte (SPD), Bürgermeister von Bremen, bei einer Regierungserklärung vor der Bürgerschaft (Archivbild).

„Impfen gegen Corona“ steht in großen Buchstaben auf dem Lkw, der vor der Bremer Universität steht. Jeden Tag verteilen Ärzte in Impftrucks Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen. Das kleinste Bundesland Deutschlands ist Impfmeister. Nahezu 80 Prozent der Einwohner sind vollständig geimpft, so viele wie in keinem anderen Bundesland – mit Abstand.

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Viel mehr Menschen könne man in Bremen auch gar nicht mehr impfen, so Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). „Bei den Volljährigen haben wir ja schon eine Impfquote von fast 95 Prozent“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Er sieht das Impfziel erreicht.

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Zum Vergleich: In Sachsen sind 57,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, in Hessen 66,7 und in Berlin 68,2 Prozent. Wie hat Bremen geschafft, wovon andere Länder weit entfernt sind?

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Bovenschulte nennt zwei Faktoren

Bovenschulte führt den Impferfolg auf zwei Faktoren zurück: Die Stadt habe Menschen aktiv für Termine im Impfzentrum angeschrieben und sei direkt auf sie zugegangen. „Und wir sind mit mobilen Impfteams und Trucks in die Quartiere gegangen, besonders dorthin, wo es anfangs noch sehr niedrige Impfquoten gab.“

Laut Hajo Zeeb vom Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie konnten dadurch auch Menschen erreicht werden, die sonst nicht zu einer Impfung gekommen wären. „Bremen hat zudem sehr schnell ein gut funktionierendes Impfzentrum aufgebaut“, sagte Zeeb dem RND. Beschwerden über größere organisatorische Probleme habe er nicht gehört.

Die gute Organisation rund um das Impfzentrum, eines der größten Deutschlands, ist für Bovenschulte auch der Schlüssel für die hohe Impfquote bei der vulnerablen Bevölkerungsgruppe.

Nur etwa 5 Prozent der über 60-Jährigen sind ungeimpft. Bremen habe es den älteren Menschen sehr leicht gemacht, die Impfung zu erhalten und nicht nur alle angeschrieben. „Wir haben die Fahrt mit dem Taxi zum Impfzentrum finanziert und wir haben mit der heimischen Wirtschaft zusammen ein Call-Center auf die Beine gestellt, bei dem so gut wie kein Anrufer in der Warteschleife gelandet ist“, so Bovenschulte. Wenn die Menschen untereinander über den reibungslosen Ablauf sprechen, werde die Impfkampagne „über den Gartenzaun hinweg weitergetragen“.

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Bremen setzte mehr mobile Impfteam ein

Schon früh hat Bremen Fehler korrigiert und zum Beispiel mehr mobile Impfteams eingesetzt. Sie waren nicht nur in Pflegeheimen im Einsatz, sondern auch vor Supermärkten, Kinos und bei Sportveranstaltungen. Laut Bovenschulte sei in Bremen auch der Widerstand gegen die Pandemiepolitik geringer. „Ich glaube, wir haben weniger Impfgegner als in anderen Teilen Deutschlands.“

Dass sich die Anstrengungen beim Impfen bezahlt machen, stellt der Bürgermeister trotz vierter Corona-Welle schon jetzt fest: „In Bremen merken wir bereits, dass die Situation in den Kliniken etwas entspannter ist als in anderen Bundesländern und dass die Menschen weniger schwere Krankheitsverläufe haben.“ Trotzdem sollen die vielen Impfangebote vorerst bleiben und die Impftrucks auch im Winter durch Bremen fahren.

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