Booster-Impfschutz lässt nach: Wie lange hält die dritte Impfung?

„Booster-Impfung“ für Genesene: Dazu rät das Gesundheitsministerium des Landes, denn eine überstandene Corona-Erkrankung bietet nur vorübergehenden Schutz.

Die Booster-Impfung bietet eine gewisse Zeit einen guten Schutz – doch wie lange?

Solang keine Klarheit über die Dauer des Immunschutzes nach der Booster-Impfungen herrscht, will sich ein Teil der FDP-Bundestagsfraktion gegen eine allgemeine Impfpflicht aussprechen. Ein entsprechender Gruppenantrag ist bereits ausgearbeitet. Mitunterzeichnerin ist FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus.

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Aus ihrer Sicht sei es auf Basis einer noch kaum vorhandenen Studienlage für den Bundestag unmöglich, eine allgemeine Impfpflicht zu beschließen. Man wisse bislang einfach noch nicht, „wie viele Booster-Impfungen wir in Zukunft noch brauchen“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Erste Booster bereits Anfang Oktober in Deutschland

In Deutschland wurden die ersten Personen bereits Anfang Oktober mit der dritten Impfung geboostert. Die Vorsitzende des Ärzteverbands Marburger Bund, Susanne Johna, mahnte deswegen an, „Ausnahmen für Geboosterte zumindest zu überdenken“. Man wisse inzwischen, dass „etwa drei Monate nach der Booster-Impfung der Antikörperschutz wieder abnimmt“.

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Daraus ergäbe sich die Frage, wie man mit einer möglicherweise schon bald notwendig werdenden vierten Corona-Impfung umgehen wolle. Seien dann „Ausnahmen bei Quarantäne und Isolierung für die sehr früh Geboosterten“ überhaupt dauerhaft zuzulassen? Antworten dazu könne nur die Wissenschaft liefern, sagte Johna dem RND.

Israel: neuer Booster nach vier Monaten

Israel hat bereits damit begonnen, den zweiten Booster bestimmten Personengruppen nach vier Monaten anzubieten. Doch erste Studien aus Israel schmälern laut Johna die Hoffnung auf einen nachhaltigen Effekt durch die vierte Impfung. Die Daten der Erhebung zeigten, dass „nach einem zweiten Booster die Antikörper zwar erneut steigen, aber doch weniger stark als man gehofft hatte“.

Unumstritten ist aber die hohe Schutzwirkung der dritten Impfung. In Israel, das als erstes Land weltweit schon im Juli mit der Booster-Impfung begonnen hatte, gingen bereits nach drei Wochen die schweren Covid-19-Fälle zurück. Auch die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist innerhalb weniger Wochen gesunken.

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Streeck: Booster verringert Risiko

Der Virologe Hendrik Streeck von der Universität Bonn betonte daher, dass Geboosterte in den ersten Monaten ein so geringes Risiko hätten, sich zu infizieren und das Virus weiterzugeben, dass beispielsweise eine Befreiung von der Quarantänepflicht für Geboostere vertretbar sei. Eine Art Ablaufdatum für die Sonderbehandlung von Geboosterten sei nicht nötig, so Streeck. Zwar lasse nach drei Monaten der Schutz vor einer Infektion nach. „Aber Geboosterte sind weiterhin sehr gut vor einem schweren Verlauf geschützt“, sagte Streeck dem RND.

Der Epidemiologe Timo Ulrichs sagte gegenüber RTL, der Booster wirke viel länger als die zweite Impfung. Denn der Körper produziere mehr Antikörper. Laut einer Studie der Berliner Charité verändere sich das Virus nicht mehr so schnell, wenn erst einmal viele Menschen immun sind. „Sobald sich die Situation stabilisiert hat, werden die Impfungen aber voraussichtlich länger nutzbar sein“, resümierte daher Studienleiter Jan Felix Drexler.

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Die Frage, wie lange die erste Booster-Impfung wirkt, könnte sich allerdings in einigen Wochen erübrigt haben. Denn wenn es einen speziell angepassten Impfstoff gegen die Omikron-Variante gibt, dürfte dieser deutlich effektiver als eine Auffrischung mit dem bisherigen Impfstoff sein. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte angekündigt, dass im Laufe des Jahres sehr wahrscheinlich eine vierte Impfung mit einem speziell auf die Omikron-Variante abgestimmten Impfstoff notwendig sei.

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