Liberal, Wirtschaft, Klima, Ost: Welche Vizevorsitzenden den neuen CDU-Chef begleiten sollen

Das Konrad-Adenauer-Haus, die Parteizentrale der CDU.

Das Konrad-Adenauer-Haus, die Parteizentrale der CDU.

Berlin. Die CDU sei ein Team, das haben alle drei Parteivorsitzkandidaten betont. Wenn das auch nach der Entscheidung so bleibt, dürften die Vize-CDU-Chefs wichtigere Rollen bekommen. Fünf davon gibt es derzeit – auf fast allen Positionen deutet sich ein Wechsel an.

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Schon früh hat die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien ihre Kandidatur angemeldet. Die 56-jährige hat in den vergangenen Jahren hart dagegen gehalten, wenn die Konservativen einen Kursschwenk einforderten. Zwischenzeitlich gründete sie sogar eine Gegenorganisation zur ultrakonservativen AfD-nahen Werteunion.

Als Vertreter des Wirtschaftsflügels wird wohl Carsten Linnemann ins Rennen gehen, der dafür gerade den Vorsitz der Unions-Mittelstandsvereinigung aufgegeben hat. Vermutlich übernimmt der 44-jährige Volkswirt den Nordrhein-Westfalen-Platz von Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn an, der dafür Linnemanns Posten als Vizefraktionschef mit der Zuständigkeit für Wirtschafts- und Klimapolitik übernommen hat.

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Ein weiterer großer Landesverband der CDU, Baden-Württemberg, hat den Klimaexperten Andreas Jung nominiert, einen Vertreter des liberalen Parteiflügels. Auch der 46-Jährige hat dafür bereits darauf verzichtet, erneut als Vizechef der Bundestagsfraktion anzutreten. Nicht erneut kandidieren wird der Landesinnenminister und Vizeregierungschef Thomas Strobl, für den mittelfristig wohl auch Ersatz als Landes-CDU-Chef gesucht werden wird.

Erneut kandidieren wird wohl Silvia Breher, die die damalige Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer 2019 überraschend zur Vize-Chefin machte. Es war das Signal: In der CDU gibt es auch Frauen, und zwar auch jüngere. Die 48-jährige Juristin aus der niedersächsischen CDU-Hochburg Cloppenburg-Vechta wurde gerade zur familienpolitischen Sprecherin der Unions-Fraktion gewählt.

Erwartet wird außerdem die Kandidatur von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer als ostdeutscher Vertreter in der Parteispitze. In Ostdeutschland tut sich die Union besonders schwer. Bei der Bundestagswahl verlor sie zahlreiche Direktmandate an die AfD. In der Corona-Pandemie kämpft Sachsen mit besonders hohen Infektionszahlen und mit teils gewalttätigen Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen. Mit dem 46-Jährigen an der Spitze hat die CDU 2019 in Sachsen immerhin die Landtagswahl gewonnen.

Bisher stellen auch die Landesverbände Hessen und Rheinland-Pfalz Vizeparteichefs, mit Ministerpräsident Volker Bouffier und Ex-Agrarministerin Julia Klöckner. Sie dürften nicht erneut kandidieren.

Offen ist allerdings, ob die unterlegenen Vorsitzkandidaten einen Stellvertreterposten oder einen der weiteren Plätze im Präsidium der CDU anstreben. Dann könnte es zu der einen oder anderen Kampfkandidatur kommen.

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