Erneute Konfrontationen auf Tempelberg in Jerusalem

Ein israelischer Polizist mit Mundschutz steht in der Altstadt Wache, im Hintergrund der Felsendom auf dem Tempelberg.

Ein israelischer Polizist mit Mundschutz steht in der Altstadt Wache, im Hintergrund der Felsendom auf dem Tempelberg.

Jerusalem. Auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) in Jerusalem ist es am Sonntag erneut zu Konfrontationen gekommen.

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Am jüdischen Fasten- und Trauertag Tischa BeAv bewarfen junge Muslime nach Polizeiangaben Polizisten auf der Anlage mit Steinen. Sie protestierten nach Medienberichten gegen den Besuch Hunderter Juden auf dem Tempelberg.

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. In diese Woche fällt auch das muslimische Fest Eid Al-Adha.

Die Anlage steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. Das israelische Fernsehen berichtete jedoch am Samstag, Israel habe das Gebet von Juden auf der heiligen Stätte in den vergangenen Monaten stillschweigend erlaubt - ein Verstoß gegen den Status quo. Die Palästinenser betrachten Besuche von Juden als Provokation.

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Die im Gazastreifen herrschende Hamas hatte vor dem Feiertag Palästinenser dazu aufgerufen, „wieder nach Jerusalem zu marschieren“ und den Tempelberg zu beschützen. Am 10. Mai hatte die Hamas am Jerusalem-Tag Raketen auf die Stadt gefeuert.

Hamas bezeichnete den Angriff damals als eine Reaktion auf Israels Vorgehen auf dem Tempelberg und in dem Jerusalemer Viertel Scheich Dscharrah. Die von EU, USA und Israel als Terrororganisation eingestufte islamistische Gruppierung hatte im Fall neuer „Verstöße“ Israels mit neuen Angriffen gedroht.

Während des letzten Waffengangs zwischen Israel und militanten Palästinenserorganisationen wurden im Mai im Gazastreifen 255 Menschen getötet. In Israel starben 13 Menschen an den Folgen. Israel hatte den arabisch geprägten Ostteil Jerusalems 1967 erobert. Die Palästinenser sehen ihn als künftige Hauptstadt, Israel beansprucht dagegen ganz Jerusalem als Hauptstadt.

RND/dpa

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