Kasachstan-Krise: Anwohner berichtet über starke Zerstörung in Metropole Almaty

Ein ausgebrannter Minibus steht auf einer Straße der kasachischen Metropole Almaty.

Almaty. Beispiellose Ausschreitungen in Kasachstans Metropole Almaty haben einem Anwohner zufolge schwere Verwüstungen hinterlassen. „Heute ist die Situation in der Stadt relativ ruhig“, sagte ein vor Ort lebender Journalist der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag am Telefon. „Gestern Abend habe ich noch selbst Schüsse gehört.“ Viele Lebensmittelgeschäfte seien geplündert worden. „Bankfilialen, Bankautomaten – alles ist kaputt.“ Vor Bäckereien, die den Betrieb wieder aufgenommen hätten, bildeten sich lange Schlangen, sagte der 50-Jährige.

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Weiterhin funktioniere das Internet in der Millionenstadt im Südosten des autoritär geführten Landes nicht. Immer wieder war auch die Mobilfunkverbindung in den vergangenen Tagen unterbrochen. Menschen in anderen Landesteilen und im Ausland hatten oft vergeblich versucht, Angehörige und Bekannte in Almaty zu erreichen. Am Freitag seien rund 2000 Demonstranten an seinem Haus vorbeigezogen, erzählte der Journalist, der unweit des Stadtzentrums wohnt. Einige hätten Stöcke in den Händen gehalten, Gewalt habe er aber nicht beobachtet.

Kasachstan, das an Russland und China grenzt, kommt seit einer Woche nicht zur Ruhe. Unmut über gestiegene Treibstoffpreise an den Tankstellen in dem öl- und gasreichen Land schlug in Proteste gegen die Staatsführung um. Neben friedlichen Demonstrationen kam es auch zu gewaltsamen Ausschreitungen, insbesondere in Almaty.

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Kasachische Staatsmedien, deren Angaben nicht unabhängig überprüft werden können, hatten aus Almaty unter anderem von Schusswechseln zwischen bewaffneten Menschen und Soldaten vor Verwaltungsgebäuden berichtet. Der Flughafen der Stadt war vorübergehend von Protestierenden besetzt und soll schwer beschädigt worden sein.

Ende der Woche befahl Präsident Kassym-Schomart Tokajew dem Militär, „ohne Vorwarnung“ auf Demonstranten zu schießen. Laut offiziellen Angaben starben landesweit mindestens 164 Menschen – 103 von ihnen in Almaty.

RND/dpa

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