Kurzarbeit in der Pandemie: Linken-Fraktionschef Bartsch wirft Konzernen „Mitnahmementalität“ vor

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch (Archivbild)

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch (Archivbild)

Berlin. Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat Unternehmen kritisiert, die trotz hoher Gewinne Kurzarbeit nutzen. „Es kann nicht sein, dass Konzerne, die Dividenden ausschütten, Staatshilfen erhalten. Das war einer der Skandale der Pandemie, der sich nicht wiederholen darf.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das sagte Bartsch den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) forderte er auf, die „Mitnahmementalität in den Führungsetagen der Konzerne“ zu stoppen. „Nicht die Steuer- und Beitragszahler, sondern die Konzerne selbst sollten die Kosten der Kurzarbeit tragen.“

Viele Konzerne etwa aus der Autoindustrie haben wegen der wirtschaftlichen Flaute in der Corona-Krise intensiv auf Kurzarbeit gesetzt. Zurzeit haben viele von ihnen aber auch mit Engpässen bei Halbleitern zu kämpfen. Viele Werke sind durch die fehlenden Elektronik-Komponenten aus dem Takt geraten, auch deshalb gab es immer wieder Kurzarbeit bis hin zu längeren Zwangspausen ganzer Fertigungslinien.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Gewinne bei vielen Konzernen

Ungeachtet dessen haben viele dieser Konzerne zuletzt hohe Gewinne eingefahren und Dividenden an ihre Aktionäre ausgeschüttet. Möglich war das Experten zufolge unter anderem wegen in der Pandemie aufgelegten Sparmaßnahmen beim Personal.

Dass Konzerne Kurzarbeit nutzen und gleichzeitig Gewinne einfahren, hat in der Vergangenheit bereits Kritiker auf den Plan gerufen. Seitens der Industrie wird darauf verwiesen, dass Kurzarbeitergeld keine Staatshilfe sei, sondern eine Versicherungsleistung aus der Arbeitslosenkasse. Demgegenüber betonen Kritiker, dass das Kurzarbeitergeld mittlerweile auch in erheblichem Maße durch Steuergelder bezuschusst werde.

RND/dpa

Mehr aus Politik regional

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken