Scharfe Kritik an Minister Heil: Reinigungsbranche weist Mindestlohnäußerung zurück

Die IG Bau fordert mehr Lohn für Reinigungskräfte - im Kreis Peine betrifft das 600 Beschäftigte.

Die Reinigungsbranche hat die Äußerungen zum Mindestlohn von Hubertus Heil scharf kritisiert.

Die Reinigungsbranche hat die Äußerungen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zur Anhebung des Mindestlohns von 12 Euro scharf kritisiert. „Mit Verwunderung haben wir zur Kenntnis genommen, dass Bundesarbeitsminister Heil in seiner Argumentation für einen gesetzlichen Mindestlohn öffentlich und an prominenter Stelle beispielhaft das Gebäudereiniger-Handwerk erwähnt“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Gebäudereinigerinnung, Wolfgang Molitor, gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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„Das Gebäudereiniger-Handwerk unterliegt nicht dem gesetzlichen Mindestlohn und unterlag diesem auch nie.“ Ohnehin hätten sich die Tarifparteien bereits 2020 darauf geeinigt, den Mindestlohn auf 12 Euro ab 2023 anzuheben.

„Klischees statt Fakten“: Reinigungsbranche will nicht mehr als „Alibibranche“ herhalten

Die Reinigungsbranche fühlt sich durch die Aussagen Heils zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt. „Der Minister bedient bedauerlicherweise Klischees statt Fakten und fügt dem Image von Deutschlands beschäftigungsstärkstem Handwerk Schaden zu“, so Molitor. Er weist die Äußerungen Heils „deutlich zurück“ und erklärte: „Den Minister bitten wir, das Gebäudereiniger-Handwerk künftig nicht mehr öffentlich als Alibibranche für die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns anzuführen.“ Molitor betonte, dass der tarifliche Mindestlohn in der Reinigungsbranche aktuell bereits 18 Prozent über dem derzeit geltenden gesetzlichen Mindestlohn von 9,80 Euro liege.

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Pikant in den Augen des Reinigungsbranchenchefs: Der Bundesarbeitsminister müsste eigentlich besser um die Tarifsituation Bescheid wissen. „Schließlich ist es sein Haus, das die tariflichen Branchenmindestlöhne in der Gebäudereinigung seit anderthalb Jahrzehnten Jahr um Jahr für allgemeinverbindlich erklärt.“

Bundesarbeitsminister Heil hatte am Freitagabend angekündigt, den gesetzlichen Mindestlohn zum 1. Oktober auf 12 Euro anzuheben. Er argumentierte dabei: „Es geht zum Beispiel um Reinigungskräfte oder um diejenigen (…), die in der Pandemie den Laden am Laufen gehalten haben.“

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