Mit Pragmatismus zu mehr Pflegekräften aus dem Ausland

Jens Spahn (r., CDU), Bundesminister für Gesundheit, und Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes, geben eine Pressekonferenz in der Bundespressekonferenz zu beschleunigten Vermittlungsverfahren für Pflegekräfte.

Berlin. Jens Spahn ist ein Politiker, der nicht lange fackelt, wenn er sich etwas vorgenommen hat. Dabei schießt der Gesundheitsminister immer mal wieder übers Ziel hinaus, wie etwa zuletzt bei seinem Versuch, die Daten der Krankenversicherten für die Forschung zu verwenden. Kurz vor der Beschlussfassung im Bundestag musste das Gesetz auch auf Drängen aus den eigenen Reihen verändert werden, um den Schutz der sensiblen Gesundheitsdaten sicherzustellen.

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Probleme schnell lösen

Dennoch kann man seiner Arbeitsweise, Probleme pragmatisch und schnell anzugehen, viel abgewinnen. So ist der Minister selbst nach Mexiko und in den Kosovo gefahren, um dort auf die deutsche Pflegemisere aufmerksam zu machen und Personal anzuwerben. Und nun hat er zusammen mit dem Saarland eine Agentur aus der Taufe gehoben, die Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen bundesweit dabei helfen soll, ausländische Pflegekräfte so unkompliziert und schnell wie möglich nach Deutschland zu holen. Eigentlich wäre das eine Aufgabe der Bundesagentur für Arbeit, doch die ist offensichtlich zu schwerfällig.

Zehntausende Stellen unbesetzt

Die Probleme liegen auf der Hand: Schon heute sind Zehntausende Stellen in der Kranken- und Altenpflege unbesetzt. Da die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigt, wird auch der Personalbedarf immer höher. Pflegekräfte aus dem Ausland können dabei helfen, die Lücke kleiner zu machen.

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Doch wie sieht es in der Praxis aus? Die Angeworbenen müssen monatelang auf ein Visum warten, für die Anerkennung der Berufsabschlüsse gibt es in jedem Bundesland eigene Regeln. Zwei Jahre dauert es im Schnitt, bis alle Genehmigungen für eine Arbeitserlaubnis vorliegen. Künftig soll alles zusammen schon nach sechs Monaten erledigt sein. Funktioniert die Agentur, muss sie Schule machen. Denn nicht nur in der Pflege werden händeringend Fachkräfte gesucht.

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