Neue Corona-Maßnahmen in Bayern: Söder setzt auf Ampel statt Inzidenz

Der Ministerrat hat zusammen mit Markus Söder (CSU) die neue Corona-Verordnung beschlossen.

Der Ministerrat hat zusammen mit Markus Söder (CSU) die neue Corona-Verordnung beschlossen.

München. Bayerns Landeskabinett hat am Dienstag neue Regeln für den Kampf gegen das Coronavirus beschlossen. Im Zentrum steht das 3-G-Prinzip mit Freiheiten für Geimpfte, Genesene und Getestete. „Es ist eine grundlegende Richtungsweisung im Kampf gegen Corona“, sagte Söder zu den Änderungen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Zudem soll künftig für Anti-Corona-Maßnahmen nicht mehr alleine die Sieben-Tage-Inzidenz entscheidend sein, also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen. Stattdessen soll es eine Art Ampelsystem geben, bei dem die Auslastung der Intensivstationen und Krankenhäuser im Freistaat im Fokus steht. Der Ministerpräsident erklärte: „Wir müssen eine neue Balance aus Sicherheit und Eigenverantwortung etablieren“.

Bayern setzt auf die „Krankenhausampel“

„Es handelt sich um eine Pandemie der Ungeimpften und der Jüngeren“, so Söder. Ältere seien kaum mehr infiziert. „Ähnliche Todeszahlen wie bei den anderen Wellen wird es nicht geben”, ist sich Söder sicher. „Wenn die Inzidenzen steigen, heißt das noch nicht, dass die Lage gefährlicher wird.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Inzidenz bleibe wichtig, aber an sie seien keine Rechtsfolgen mehr geknüpft, also weitere Einschränkungen. „Die Inzidenz ist nicht mehr aussagekräftig für die Belastung des Gesundheitssystems“, begründet Söder diesen Schritt.

Stattdessen verkündete der bayerische Ministerpräsident das Konzept einer „Krankenhausampel”. Sie bezieht sich auf die Hospitalisierungsinzidenz des Bundes und die Belegung der Krankenhäuser in Bayern. Gelb zeige die Ampel laut Söder, wenn binnen einer Woche 1.200 Betten neu belegt sind (Beatmungs-, Intensiv- und einfache Krankenhausbetten). Dies habe unter anderem zur Folge, dass dann FFP2-Masken Pflicht werden, wo es eine Maskenpflicht gebe. Rot zeige die Ampel, wenn mehr als 600 Corona-Patienten auf Intensivstationen in Bayern liegen. Dann komme es zu einer Verschärfung der Regeln.

Söder: „3 G gilt grundsätzlich innen“

3 G werde in Innenräumen Pflicht, kündigte Söder an, 2 G werde dagegen nicht verpflichtend.

Ausnahmen von der 3-G-Regelung bestünden nur im ÖPNV, im Handel und in der eigenen Wohnung. Auch Kirchen müssten sich an die 3 G halten, dürfen aber auch an den alten Regeln festhalten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bei Privattreffen gelten künftig keine Kontaktbeschränkungen mehr, auch kein 3 G. Alle öffentlichen Veranstaltungen sind in Bayern wieder möglich, wenn es ein Hygienekonzept gibt. Dieses muss ab 1.000 Menschen dem Gesundheitsamt vorgelegt werden. 3 G gilt bei Veranstaltungen innen, außen dagegen nur ab 1.000 Menschen.

Veranstalter können zudem wählen: Wenn sie alle Plätze belegen und kein Abstand möglich ist, müssen alle Teilnehmenden eine Maske tragen. Wenn doch Abstand möglich ist, dann ist eine Veranstaltung auch ohne Maskenpflicht möglich. Die coronabedingte Sperrstunde fällt zudem weg und in Clubs und Diskos ist ein PCR-Test verpflichtend.

RND/scs

Mehr aus Politik regional

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen