„Pflege in Not“: Die aktuelle Lage in sieben RND-Grafiken

Eine Pflegefachkraft geht mit einer Bewohnerin durch ein Seniorenheim. In einer neuen Serie beleuchtet das RND die Probleme der Pflegebranche – und zeigt mögliche Lösungen auf.

Eine Pflegefachkraft geht mit einer Bewohnerin durch ein Seniorenheim. In einer neuen Serie beleuchtet das RND die Probleme der Pflegebranche – und zeigt mögliche Lösungen auf.

Überlastung, schlechte Bezahlung, familienunfreundliche Dienste: Es gibt viele Gründe, warum Pflegekräfte unzufrieden mit ihrem Beruf sind. Doch in Zukunft werden immer mehr Menschen pflegebedürftig – die Lage und die Personalnot werden sich dadurch verschärfen. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) hat sieben Grafiken erstellt, um die aktuelle Situation auf den Pflegestationen darzustellen. Der zweite Teil der RND-Serie „Pflege in Not“.

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Zahl der Pflegebedürftigen

Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig. Das geht aus Berechnungen des Bundesamtes für Statistik hervor. Früher oder später wird dies zum Problem werden, weil nicht genügend Mitarbeiter im Pflegesektor nachkommen werden. Im Gegenteil: Schon jetzt verlassen beispielsweise Intensivpflegerinnen und -pfleger zu Tausenden ihren Beruf.

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Die Altersverteilung der Pflegebedürftigen

In der Altersgruppe der über 90-Jährigen wird die Mehrheit pflegebedürftig. Da Frauen älter als Männer werden, sind sie in der Statistik häufiger vertreten. Bei den unter 70-Jährigen sind die wenigsten Menschen pflegebedürftig, nicht mal 4 Prozent.

Stationär oder ambulant?

Millionen von Menschen in Deutschland müssen gepflegt werden und bekommen Leistungen von der sozialen Pflegeversicherung. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen wird ambulant gepflegt. Die wenigsten zu Pflegenden beziehen Leistungen von der privaten Pflegeversicherung.

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Pflegende Angehörige

Zahlreiche zu Pflegende werden zu Hause von Familienmitgliedern und Angehörigen versorgt. Die meisten der Pflegebedürftigen befinden sich im Pflegegrad 2, der eine „erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit“ bestätigt. Der Pflegegrad entscheidet auch darüber, welche Pflegekasseleistungen den Pflegebedürftigen zustehen. So werden im dritten Grad bei ambulanter Pflege 545 Euro pro Monat ausgezahlt, im Pflegegrad 5 fast doppelt so viel: 901 Euro.

Wie viele Pflegekräfte es gibt

Im Juni 2020 waren 615.000 Mitarbeiter der Altenpflege sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mehr als eine Million waren in der Krankenpflege angestellt. In dieser Grafik sind aber nicht alle Pflegekräfte inkludiert: Menschen, die weniger als 450 Euro monatlich verdienen und einem Minijob nachgehen, müssen keine Abgaben an die Sozialversicherung zahlen.

Und illegal Beschäftigte sind ebenfalls nicht aufgeführt: So gibt es in der „24-Stunden-Pflege“ Angestellte – meist aus dem Ausland – die beim Arbeitsamt nicht angemeldet sind.

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Was Pflegekräfte verdienen

Pflegeverbände fordern ein Einstiegsgehalt von 4000 Euro brutto pro Monat für Fachkräfte. So soll ein Anreiz geschaffen werden, um mehr Menschen für den Beruf zu gewinnen. Doch die Realität sieht anders an: Fachkräfte in der meist besser bezahlten Krankenpflege etwa verdienen um die 3600 Euro.

Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Gehälter seit einigen Jahren steigen. Das Schlusslicht bilden dennoch die Gehälter der Hilfskräfte in der Altenpflege, die mit monatlich 2241 Euro brutto auskommen müssen. Ein Problem dabei ist, dass bisher keine flächendeckenden Tarifverträge zustande gekommen sind.

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Demografieentwicklung wird zum Problem

Es werden immer weniger Menschen geboren, gleichzeitig wird die deutsche Bevölkerung immer älter. Diese Entwicklung wird die Lage im Pflegesektor weiter verschärfen: So werden weniger Arbeitskräfte nachkommen, die sich um die alternde Gesellschaft kümmern können.

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