Nach Pompeos China-Vorwürfen: Trittin fordert Untersuchung

Bundestagsabgeordneter Jürgen Trittin von den Grünen

Bundestagsabgeordneter Jürgen Trittin von den Grünen

Berlin. Angesichts der schweren Vorwürfe von US-Außenminister Mike Pompeo in der Corona-Krise gegen China hat der Grünen-Politiker Jürgen Trittin eine unabhängige Untersuchung gefordert. Die Bundesregierung müsse sich für eine Klärung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einsetzen, erklärte das Mitglied des Auswärtigen Ausschusses am Montag.

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Pompeo hatte am Sonntag gesagt, es gebe “signifikante” Belege, dass die Corona-Krise in einem Labor in der Stadt Wuhan ihren Anfang genommen habe. Auf Nachfrage sagte er, er dürfe sich zu Details nicht äußern. Auch US-Präsident Donald Trump hatte sich ähnlich geäußert.

Geheimdienstbericht beschreibt Differenzen über Verdacht

Trittin betonte, selbst ein von australischen Zeitungen veröffentlichter Geheimdienstbericht der Spionagevereinigung Five Eyes – der Geheimdienste der USA, Großbritanniens, Kanadas, Australiens und Neuseelands – beschreibe vor allem Differenzen der Dienste über diesen Verdacht gegen China.

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Peking weist die Vorwürfe zurück. Das Virus sei vermutlich auf einem Tiermarkt in Wuhan auf Menschen übergesprungen. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass das Virus nicht künstlich erzeugt wurde, sondern natürlichen Ursprungs ist, wie vergangene Woche auch die US-Geheimdienste bestätigten.

Trittin: Bundesregierung muss sich äußern

Trittin verlangte von der Bundesregierung zudem Auskunft zu Berichten über Erkenntnisse von US-Geheimdiensten zur Pandemie zu einem schon sehr frühen Zeitpunkt. “Wurden vorliegende Erkenntnisse der US-Geheimdienste zur Pandemie aus dem letzten November zeitnah mit den Geheimdiensten der Nato-Partner geteilt? Oder hat nicht nur Donald Trump diese Berichte nicht gelesen?”, fragte Trittin.

Auch müsse sich die Bundesregierung dazu äußern, ob sie weiterhin zu der Behauptung stehe, China habe keine Daten zum Coronavirus zurückgehalten. Auf diese Fragen müsse Bundesaußenminister Heiko Maas spätestens zur Sitzung des Auswärtigen Ausschusses am Mittwoch Antworten liefern, forderte Trittin.

RND/dpa

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