Spahns Appell an jeden Einzelnen: Kontakte jetzt „so weit es geht“ reduzieren

Der geschäftsführende Gesundheitsminister, Jens Spahn (CDU).

Der geschäftsführende Gesundheitsminister, Jens Spahn (CDU).

Berlin. Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die am Donnerstag verabredeten Maßnahmenverschärfungen von Bund und Ländern begrüßt. „Deutschland nimmt die Lage ernst“, kommentierte Spahn die Beschlüsse und führte fort: „Es geht nun darum, die Maßnahmen umzusetzen.“

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In seiner vermutlich letzten Bundespressekonferenz als amtierender Gesundheitsminister nahm er auch alle Bürgerinnen und Bürger in die Pflicht. „Es geht jetzt darum, die vierte Welle gemeinsam zu brechen.“ Dazu sei jeder aufgerufen, seine Kontakte „so weit es geht“ zu reduzieren. „Helfen Sie mit, weiteres Leid zu verhindern.“

Dabei gehe vor allem um die Entlastung der Krankenhäuser sowie der Ärzte und Pflegekräfte. „Deutschland wird die Zahl von 5000 Intensivpatienten in den kommenden Tagen und Wochen deutlich übersteigen“, so Spahn. Selbst wenn nun alle getroffenen Maßnahmen umgesetzt und wirken würden, werde die Lage auf den Intensivstationen ihren „traurigen Höhepunkt um Weihnachten“ erreichen.

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Spahn-Eingeständnis zu Umgang mit Ungeimpften

In diesem Zuge seien vor allem die von Bund und Ländern verabredeten Einschränkungen für Menschen ohne Impfschutz wichtig gewesen, betonte Spahn und gestand ein: „Wir hätten diese Konsequenz im Umgang mit Ungeimpften schon früher an den Tag legen müssen.“

Auch wenn sich inzwischen zeige, dass das Infektionsgeschehen bei Geimpften zunehme, seien die Zahlen bei Ungeimpften in allen Altersgruppen um ein „Vielfaches höher“. Und weiter: „Wären alle erwachsenen Deutschen geimpft, steckten wir nicht in dieser schwierigen Lage. Das ist einfach die Wahrheit.“ Sich nicht impfen zu lassen sei nicht nur eine Entscheidung für sich selbst, „sondern auch immer mit Folgen für die anderen“ verbunden.

Die vergangenen Tage machten Spahn jedoch Hoffnung. Die Impfkampagne nehme wieder deutlich Fahrt auf und nähere sich „Schritt für Schritt“ den täglichen Rekordzahlen des Frühsommers, so der scheidende Gesundheitsminister. Er betonte, dass für das Ziel von bis zu 30 Millionen Impfungen bis zum Jahresende genug Impfstoff verfügbar sei.

Bundesweite 2G-Regelung soll kommen

Bund und Länder hatten sich am Donnerstag auf bundesweit deutlich schärfere Vorgaben und Einschränkungen geeinigt. Diese reichen von erheblichen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und Nichtgenesene bis hin zu 2G-Regelungen für den Besuch von Restaurants, Kinos, Theatern und anderen Freizeiteinrichtungen. Zusätzlich kann ein aktueller Test vorgeschrieben werden. Für überregionale Sport-, Kultur- und andere Großveranstaltungen kommen Zuschauerbegrenzungen. Genutzt werden dürfen nur bis 50 Prozent der Kapazität – drinnen sind maximal 5000 Zuschauer erlaubt, im Freien 15.000. Zugang haben nur Geimpfte und Genesene (2G) mit medizinischer Maske, vorgeschrieben werden können auch Extratests (2G plus).

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Angekündigt wurde überdies noch einmal eine einrichtungsbezogene Impfpflicht, etwa für Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen und Kliniken. Und bei der allgemeinen Impfpflicht gehen Bund und Länder davon aus, dass diese ab Februar kommen könnte. Apotheken und Pflegefachkräfte sollen künftig zudem Impfungen übernehmen können, im Dezember kommen Millionen Dosen zusätzlich. Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird bundesweit verboten.

RKI-Zahlen: Inzidenz legt wieder zu

Nach einem leichten Rückgang in den vergangenen drei Tagen ist die Sieben-Tage-Inzidenz nun wieder gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 442,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 438,2 (Vormonat: 169,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 74.352 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 76.414 Ansteckungen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 5,47 an (Mittwoch: mit 5,61). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte drei, sechs und neun in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

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RND mit Material der dpa

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