Steigende Energiepreise: Habeck erwägt Neuaufstellung des Gas- und Strommarktes

Durch die Liefereinstellung durch Energiediscounter sind viele Verbraucher in die Ersatzversorgung durch den örtlichen Grundversorger gerutscht - zu deutlich teureren Konditionen. Beim „Handelsblatt Energie-Gipfel“ kritisierte Habeck nun den stark liberalisierten Gas- und Strommarkt. Die Spekulation der Billig-Anbieter müsste wenigstens „transparenter gemacht werden“.

Durch die Liefereinstellung durch Energiediscounter sind viele Verbraucher in die Ersatzversorgung durch den örtlichen Grundversorger gerutscht - zu deutlich teureren Konditionen. Beim „Handelsblatt Energie-Gipfel“ kritisierte Habeck nun den stark liberalisierten Gas- und Strommarkt. Die Spekulation der Billig-Anbieter müsste wenigstens „transparenter gemacht werden“.

Berlin. Angesichts rasant steigender Energiepreise denkt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) laut über klarere Regeln nach. „Ich will auch nicht verhehlen, dass wir uns noch einmal anschauen müssen, wie der ja sehr stark liberalisierte Gas- und Strommarkt in Zukunft aufgestellt wird“, sagte Habeck am Dienstag in einer Videoaufzeichnung beim „Handelsblatt Energie-Gipfel“. „Dass die Menschen im guten Glauben, ein günstiges Angebot bekommen zu haben jetzt in dem teureren Angebot liegen, das kann nicht einfach so ohne Konsequenzen bleiben.“

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Viele Grundversorger, also die Energieanbieter mit den meisten Kunden in einer Region, haben in den vergangenen Wochen neue Tarife für Neukunden eingeführt. Hintergrund war die Liefereinstellung durch Energiediscounter, wodurch viele ehemalige Kunden unverschuldet in die sogenannte Ersatzversorgung durch den örtlichen Grundversorger fielen. Diese sind verpflichtet, die Kunden bei Wegfall des bisherigen Lieferanten zunächst weiter mit Strom und Gas zu versorgen, müssen die Energie aber nach Verbandsangaben zu aktuell extrem hohen Preisen zukaufen.

Habeck sprach mit Blick auf die Günstig-Anbieter von „Spekulation als Geschäftsmodell“, bei der darauf gesetzt werde, durch günstige Kurzfrist-Verträge eine langfristige Sicherung herzustellen. Dies müsse zumindest „transparenter gemacht werden“, sagte Habeck. „Möglicherweise muss man auch überprüfen, dass diese Langfristhinterlegung klarer reguliert wird.“ Am Ende sollten nicht die Leute, die 50 oder 100 Euro sparen wollten, die Geprellten sein.

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RND/dpa

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