Sudan: Erneute Proteste gegen Militärregierung – vier Tote durch Sicherheitskräfte

Ein Mann zeigt während einer Demonstration in Khartoum gegen den Militärputsch vom Oktober das „Victory" Zeichen. Die Machtübernahme durch das Militär im Oktober verhinderte den geplanten Übergang zu einer demokratischen Regierung und führte zu Demonstrationen im ganzen Sudan.

Ein Mann zeigt während einer Demonstration in Khartoum gegen den Militärputsch vom Oktober das „Victory" Zeichen. Die Machtübernahme durch das Militär im Oktober verhinderte den geplanten Übergang zu einer demokratischen Regierung und führte zu Demonstrationen im ganzen Sudan.

Khartum. Bei Demonstrationen gegen die Regierungsbeteiligung des Militärs im ostafrikanischen Sudan sind vier Menschen getötet worden. Zwei der Toten seien durch Kopfschüsse gestorben, zwei weitere durch Schüsse in die Brust, erklärte das Zentralkomitee der sudanesischen Ärzte (CCSD) am Freitag. 40 Menschen sollen Schussverletzungen erlitten haben, darunter seien Schwerverletzte.

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Im Stadtteil Omdurman der Hauptstadt Khartum sei scharfe Munition zum Einsatz gekommen, erklärte das CCSD. Sicherheitskräfte seien in Krankenhäuser eingedrungen, um verletzte Demonstranten zu verhaften. Dabei soll auch ohne Rücksicht auf anwesende Patienten Tränengas eingesetzt worden sein, so CCSD.

Die Demonstranten hatten am Donnerstag vor dem Präsidentenpalast in Khartum eine Machtübergabe des Militärs an eine zivile Regierung gefordert. Zeitweise waren sowohl das Internet als auch das Mobilfunknetz in weiten Teilen des Landes gesperrt.

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US-Außenminister verurteilt Vorgehen der Sicherheitskräfte

Der US-Außenminister Antony Blinken verurteilte das Vorgehen der sudanesischen Sicherheitskräfte aufs Schärfste. Medienberichten zufolge soll es auch Übergriffe auf Journalisten gegeben haben. Der Sondergesandte der Vereinten Nationen im Sudan, Volker Perthes, sagte, er sei zutiefst verstört angesichts der Berichte über Tote und Angriffe auf die Pressefreiheit.

Am 25. Oktober hatte das Militär in dem Land mit 44 Millionen Einwohnern die Macht übernommen. Nach Druck aus dem In- und Ausland wurde am 21. November der gestürzte Regierungschef Abdullah Hamdok wiedereingesetzt. Laut einer Vereinbarung Hamdoks mit dem Militärmachthaber General Abdel Fattah al-Burhan durfte Hamdok ein Kabinett mit zivilen Vertretern bilden. Al-Burhan steht jedoch als Anführer des Souveränen Rats gemeinsam mit Hamdok an der Spitze der neuen Übergangsregierung. Dem Souveränen Rat gehören auch Vertreter des Militärs an, denen schwere Menschenrechtsverstöße und Korruption vorgeworfen werden.

Seither kommt es immer wieder zu Protesten gegen die weitere Beteiligung des Militärs an der Regierung. Die Demonstranten werfen Regierungschef Hamdok Verrat vor.

RND/dpa

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