Sechs Verletzte bei Terroranschlag in Neuseeland: Mann sticht auf Menschen im Supermarkt ein

Polizisten begleiten Passanten nach dem Anschlag in einem Supermarkt.

Polizisten begleiten Passanten nach dem Anschlag in einem Supermarkt.

Auckland. Bei einem Messerangriff in einem Supermarkt in einem Vorort der neuseeländischen Stadt Auckland sind sechs Menschen verletzt worden. Vier der Opfer sind den Einsatzkräften zufolge in kritischem Zustand. Die Attacke im Einkaufszentrum LynnMall hat nach Regierungsangaben einen terroristischen Hintergrund. Verantwortlich sei ein „gewalttätiger Extremist“, sagte Premierministerin Jacinda Ardern am Freitag. Er wurde von der Polizei erschossen.

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Der Täter stand unter Polizeibeobachtung

Der aus Sri Lanka stammende Mann war seit zehn Jahren in Neuseeland und stand seit 2016 unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden. Er habe sich zuvor nichts zuschulden kommen lassen und war deshalb auf freiem Fuß, wie Ardern erklärte. Er wurde beschattet und laut der Polizei binnen 60 Sekunden nach Beginn des Angriffs in einem Supermarkt getötet.

Premierministerin spricht von Terroranschlag

„Ein gewalttätiger Extremist hat einen Terrorangriff auf unschuldige Neuseeländer verübt. Was heute passiert ist, war verabscheuungswürdig, es war hasserfüllt, es war falsch“, sagte sie. Dahinter stecke kein Glauben, sondern „eine Ideologie, die hier von niemandem unterstützt wird“.

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Der Mann soll die Tatwaffe in dem Supermarkt erworben haben, bevor er mit dem Messer auf Anwesende losging. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot und einem Hubschrauber im Einsatz war, sperrte das Gebiet um das Einkaufszentrum im Viertel New Lynn südwestlich des Stadtzentrums großräumig ab.

Selbst bei einer Person, die man rund um die Uhr bewacht, kann man nicht direkt neben ihr stehen.

Andrew Coster

Polizeikommissar

Laut dem „New Zealand Herald“ und anderen Medien war der Mann bereits unter konstanter Polizeibeobachtung. Er soll ideologisch dem „Islamischen Staat“ nahestehen. Polizeikommissar Andrew Coster äußerte sich ebenfalls in den Medien: „Die Wahrheit ist, dass man selbst bei einer Person, die man rund um die Uhr bewacht, nicht direkt neben ihr stehen kann.“ Es habe sich um einen Einzeltäter gehandelt.

Demnach haben Polizistinnen und Polizisten den Mann verfolgt, als er am Nachmittag sein Haus verließ und den Supermarkt betrat. Dort soll er in einem Supermarktregal ein Messer genommen haben und seinen Angriff begonnen haben. Innerhalb von 60 Sekunden soll der Mann durch Sicherheitskräfte erschossen worden sein.

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Anwohner berichteten neuseeländischen Medien von Panik und Schreien. Mehrere Dutzend Kunden flohen in eine nahe gelegene Apotheke und verschanzten sich dort. In einem in sozialen Medien verbreiteten Video sind Menschen zu hören, die einander warnen: „Da ist jemand mit einem Messer drin!“ Kurz darauf sind Schüsse zu hören.

Nur Supermärkte sind in Auckland wegen des Lockdowns derzeit geöffnet

Die Supermarktkette Countdown, zu der LynnMall gehört, teilte mit, das Management sei wegen des Vorfalls „am Boden zerstört“. Erst im Mai hatte es in einem anderen Supermarkt der Kette eine Messerattacke mit fünf Verletzten gegeben. „Einmal mehr ist uns das Herz schwer, wissend, was unser Team und unsere Kunden erlebt und durchgemacht haben“, hieß es.

Die Millionenmetropole Auckland auf der Nordinsel ist Neuseelands größte Stadt. Seit Mitte August steht sie wegen eines Corona-Ausbruchs unter einem strikten Lockdown. Nur wesentliche Geschäfte wie Supermärkte und Apotheken dürfen öffnen.

Erhöhte Alarmbereitschaft seit Anschlägen auf Moschee 2019

In Neuseeland sind die Sicherheitsbehörden in erhöhter Alarmbereitschaft, seit ein Rechtsextremist im März 2019 in zwei Moscheen der Stadt Christchurch 51 Menschen getötet hat. Premierministerin Ardern sagte, es sei unklar, ob es sich bei der jüngsten Attacke um einen Racheakt gehandelt habe.

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RND/goe/dpa

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