US-Truppenabzug aus Deutschland: Trump macht das Bündnis kaputt

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

Berlin. Der Stil ist mal wieder – um es aus gegebenem Anlass militärisch zu formulieren – “unter aller Kanone”. US-Präsident Donald Trump weist das Pentagon offenbar an, die Zahl der amerikanischen Soldaten in Deutschland zu reduzieren, ohne dass die deutsche Seite davon offiziell Kenntnis erhält. Es ist wie bei der Abberufung des US-Botschafters Richard Grenell: Vorderhand wird der Vorgang nicht bestätigt, unter der Hand dürfte er sich kurz darauf als richtig herausstellen. Der Vasall hat das hinzunehmen.

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Der ehemalige Generalinspekteur Harald Kujat hat recht, für die deutsche Sicherheit hätte der Teilabzug keine große Bedeutung. Eher noch geht es um Jobs im Umfeld der Stationierungsorte. Alarmierend ist der Vorgang trotzdem. Denn er zeigt eine fortgesetzte Zerrüttung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses an.

Gestritten wird ja über fast alles, auch im Militärischen: den Rückzug der USA aus dem INF-Vertrag über nukleare Mittelstreckenwaffen, den angekündigten Rückzug Washingtons aus dem Open-Skies-Vertrag, den Umgang mit dem Iran und – nicht zu vergessen – den Anteil der Militärausgaben am Bruttoinlandsprodukt, das Zwei-Prozent-Ziel.

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Wiederwahl Trumps könnte Bündnis begraben

Immer öfter erwartet die Trump-Administration für einseitige Schritte blinde Gefolgschaft. Immer seltener ist die Bundesregierung dazu bereit – was der Mann im Weißen Haus mit neuem Zorn quittiert. Mit Partnerschaft hat das alles nichts mehr zu tun.

Eine Weile – genauer: fünf Monate bis zur amerikanischen Präsidentschaftswahl – mag das alles noch so hingehen. Viel länger aber nicht. Sollte Trump die Wahl gewinnen, dann wäre das Bündnis wohl nicht mehr zu retten. Sollte Trump die Wahl verlieren, dann dürften sich die Verbündeten über die von ihm hinterlassenen Trümmer beugen. Denkbar wäre: ein Neuanfang im Geiste der Erleichterung.

RND

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