Orbán-Besuch in Moskau: Scharfe Kritik der Europa-Grünen
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Der Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten in Moskau ist für die Staatengemeinschaft EU gefährlich, sagen die Europa-Grünen.
© Quelle: John Thys/AFP Pool/AP/dpa
Brüssel. Die Europa-Grünen haben scharfe Kritik am Besuch des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán am Dienstag beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau geübt. „Der Besuch Viktor Orbans in Moskau zeigt wie im Brennglas, was gerade schief läuft in der Europäischen Union“, sagte der Europaabgeordnete Daniel Freund dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
Die EU schaffe es nicht, ihre Werte im Innern durchzusetzen, sagte Freund: „So wird Viktor Orbán mit seiner illiberalen Agenda zum willkommenen Gast bei jemandem, der wie Wladimir Putin die Demokratie und die EU verachtet.“
Der Besuch zeige aber auch die außenpolitische Handlungsunfähigkeit der EU, so Freund weiter: „Europa will globaler Player sein, aber gegenüber dem Aggressor aus Moskau gibt es weder eine gemeinsame Außen- noch Verteidigungspolitik.“
Wegen des Einstimmigkeitgebots in der EU reiche es für Putin aus, „einen wie Viktor Orbán in sein Lager zu ziehen, und die ganze Staatengemeinschaft ist gelähmt“.
+++ Liveblog zum Ukraine-Konflikt +++
Der Besuch Orbáns war Putins erstes persönliches Treffen mit einem Regierungschef eines Nato-Mitgliedstaats seit der Eskalation zwischen Russland und dem Westen im Ukraine-Konflikt. Orban ging es dem Vernehmen nach um günstige Preise für russisches Gas. Thema dürfte auch der Ausbau eines ungarischen Atomkraftwerks durch den russischen Konzern Rosatom gewesen sein.