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Neue Erkenntnisse in Untersuchungsausschuss

Sie waren beim Sturm auf das US-Kapitol beteiligt: Wer sind die Proud Boys?

Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Proud Boys (Archivfoto).

Washington, D.C. Wegen des Angriffs auf das US-Parlament Anfang vergangenen Jahres sollen sich Mitglieder der „Proud Boys“ wegen weiterer Vorwürfe vor Gericht verantworten müssen. Ein Gericht in der Hauptstadt Washington erhob am Montag gegen fünf Mitglieder der rechtsradikalen Gruppe auch Anklage wegen aufrührerischer Verschwörung.

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Doch wer oder was sind die „Proud Boys“?

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Die Übersetzung des Namens Proud Boys verrät schon einiges über die Grundhaltung der “stolzen Jungs”: Sie sind stolz auf die USA, stolz auf ihre Herkunft, stolz auf ihre Vorfahren. Was der Name außerdem preisgibt: Die Gruppe ist rein männlich, die Mitglieder etwa zwischen 15 und 30 Jahre alt. Den Proud Boys werden unter anderem von den „New York Times” rechtsextreme, faschistoide, misogyne Tendenzen zugeschrieben.

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Tattoo und Masturbationsverbot als Aufnahmeritus

Damit stehen die Mitglieder den White Supremacists ideologisch sehr nah. White Supremacy (zu deutsch: weiße Vorherrschaft) beschreibt den Glauben an die Überlegenheit der Weißen. Außerdem sind die Proud Boys Anhänger der Verschwörungstheorie, dass westliche Männer von der Auslöschung bedroht wären. Sie selbst beschreiben sich laut „New York Times” als westliche Chauvinisten, die es ablehnen, sich für die Schaffung der modernen Welt zu entschuldigen.

Wie viele Mitglieder die Organisation hat, ist nicht bekannt, allerdings ist einiges über den Initiationsritus bekannt: Zuerst müssen Neulinge einen Eid ablegen. Sich tätowieren zu lassen und zu schwören, nicht zu masturbieren, gehört nach einem Bericht der „Washington Post” ebenfalls zum Verhaltenskodex dazu.

Die Proud Boys sind bekannt dafür, vor Gewalt nicht zurückzuschrecken. Regelmäßig sind Mitglieder in Schlägereien verwickelt. Während der Demonstrationen der Black-Lives-Matter-Bewegung waren die Proud Boys in vielen Orten der USA als selbst ernannte Milizen aufgetaucht, die mit Pistolen und Gewehren bewaffnet für Recht und Ordnung sorgen wollten. Damit trugen sie häufig zur Eskalation bei.

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Gründer war an „Vice” beteiligt

Gegründet wurde die Gruppe 2016 wohl nur scherzhaft von Gavin McInnes, der sich als islamophob bezeichnet. Der Name Proud Boys geht dabei auf das Lied „Proud of Your Boy” aus dem Disney-Film Aladdin zurück.

Gründer McInnes hat 1994 das Medienunternehmen „Vice” mit aufgebaut. 2007 verließ er das Unternehmen. 2018 wendete er sich auch von den Proud Boys ab. In den USA steht der Exil-Kubaner Enrique Tarrio an der Spitze der Gruppe. Die Proud Boys sind außerdem in Kanada, Großbritannien und Australien aktiv.

Die Proud Boys feierten Trumps Satz „Haltet euch zurück und haltet euch bereit” nach Medienberichten als Billigung durch den Präsidenten. Die US-Bürgerrechtsorganisation ADL stuft die Proud Boys als unkonventionelle Strömung im rechten amerikanischen Extremismus ein.

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Die Gruppe könne unter anderem als gewalttätig, nationalistisch und islamophob beschrieben werden, heißt es auf der Seite der ADL. Es sei bekannt, dass Mitglieder gewalttätige Taktiken anwenden. Mehrere Mitglieder seien wegen Gewaltverbrechen verurteilt worden. Die Anführer der Proud Boys weisen Rassismusvorwürfe zurück.

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RND/sz/dpa

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