Ein Brief und seine Folgen: So reagiert die Politik auf #wirwerdenlaut

Schulklasse nach Hause bei einem Corona-Fall? In solche Idee stößt in Brandenburg auf Ablehnung.

„Der aktuelle Durchseuchungsplan ist unverantwortlich und unsolidarisch“, heißt es in dem offenen Brief an Prien, Stark-Watzinger, Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und die Bundesländer.

Berlin. Mehr als 100 Schülervertreter haben einen offenen Brief zur Corona-Politik geschrieben und damit für Wirbel gesorgt.

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Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU), hat den Schülerinnen und Schülern, deren Brief unter dem Hashtag #wirwerdenlaut im Internet geteilt wird, ein Gespräch angeboten. Auch Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) verweist auf ihre Gesprächsbereitschaft.

„Der aktuelle Durchseuchungsplan ist unverantwortlich und unsolidarisch“, heißt es in dem offenen Brief an Prien, Stark-Watzinger, Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und die Bundesländer. Die Schülervertreter aus ganz Deutschland, die den Brief gemeinsam erarbeitet haben, fordern unter anderem Luftfilter in allen Schulen, kleinere Lerngruppen und PCR-Pooltests.

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Schlechte Benotungen während Pandemie „nicht fair“

„An unseren Forderungen führt kein Weg vorbei“, sagte Julius van der Burg, Schülersprecher am Städtischen Gymnasium an der Hönne im nordrhein-westfälischen Menden. Eine zentrale Forderung sei die Aufhebung der Präsenzpflicht in ganz Deutschland. „Bei den extrem hohen Inzidenzwerten müssen wir darauf bestehen, dass Schülerinnen und Schüler selbst entscheiden können, ob sie in die Schule gehen oder nicht.“

Der 16-Jährige hob auch das Ansinnen hervor, dass die besondere Situation in der Schule auch bei der Bewertung der Leistungen von Schülerinnen und Schülern berücksichtigt werden müsse.

„Gerade in den Abschlussklassen muss bei Prüfungen und Noten berücksichtigt werden, dass wir schon wieder kein normales Schuljahr erleben“, sagte er. Dafür könne keine Schülerin und kein Schüler etwas. „Es wäre nicht fair, wenn jemand ohne eigene Schuld durchfällt oder schlechtere Bewertungen bekommt.“

Lehrergewerkschaften unterstützen Jugendliche

Unterstützung erhalten die Autoren des Briefes von den Lehrergewerkschaften. „Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wertet die Initiative #wirwerdenlaut von Schülerinnen und Schülern als Warnsignal an die politisch Verantwortlichen“, sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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„Die jungen Menschen legen den Finger in die Wunde: Sie weisen zu Recht auf die Diskrepanz zwischen politischen Ankündigungen und dem mangelhaften Handeln vor Ort hin“, sagte Finnern. Die aktuellen Infektionszahlen zeigten, dass Schulen keine sicheren Orte seien.

Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagte dem RND: „Dass Schülerinnen und Schüler in dieser Weise auf die Probleme in den Schulen aufmerksam machen müssen, zeigt deutlich, dass es nicht fünf vor, sondern bereits fünf nach ist.“

Zur Frage nach den Abschlussprüfungen sagte er, ein bundeseinheitliches Vorgehen sei unerlässlich. Finnern erklärte, der Druck, der auf den Schülerinnen und Schülern laste, müsse verringert werden. „Dazu gehört auch, Prüfungen an die aktuelle Situation anzupassen, um den Teststress zu senken.

Esken will Corona-Aufholpaket ausweiten

SPD-Chefin Saskia Esken regte zusätzliche Maßnahmen für Schüler über das bisherige Corona-Aufholpaket hinaus an. Weil die Corona-Pandemie länger andauere, „müssen wir darüber nachdenken, ob die überwiegend auf 2021/22 befristeten Maßnahmen ausreichen bzw. welche davon verlängert werden müssen, um junge Menschen auf einem guten Weg heraus aus der Pandemie zu unterstützen“, sagte sie dem RND.

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Schülersprecher van der Burg sagte mit Blick auf die Forderungen aus dem Brief, die Politik müsse jetzt handeln. „Wenn nicht schnell etwas passiert, bleibt uns nur der Schulstreik als Mittel – und es gibt genug Schüler, die bereit sind mitzumachen.“

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