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„Idioten, Abschaum, Rüpel und Schurken“

Russischer Propagandist droht Deutschland im Fernsehen mit Invasion

Das Objekt der Aufregung: Claudia Roth (Kulturstaatsministerin) hält eine ukrainische Briefmarke mit der Aufschrift „Fuck you, russian warship“ in den Händen.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat den Zorn des russischen Propagandaapparats auf sich und Deutschland gezogen.

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Bei ihrem Besuch in der südukrainischen Hafenstadt Odessa am vergangenen Dienstag wurden der Grünen-Politikerin zwei Briefmarken mit einem Russland verhöhnenden Motiv geschenkt. Sie zeigen das untergegangene Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte „Moskwa“, darunter steht in Erinnerung an den legendären Funkspruch eines ukrainischen Soldaten „Fuck you, russian warship“.

Odessa als Unesco-Weltkulturerbe: Claudia Roth sichert Hafenstadt Unterstützung zu

Claudia Roth ist das erste deutsche Regierungsmitglied, das nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in Odessa zu Gast ist.

Als Roth die Briefmarken erhielt, zeigte sie sich belustigt und wiederholte vor laufenden Kameras mehrfach, was darauf geschrieben steht. Dem russischen Journalisten und Propagandisten Wladimir Solowjow schien diese Szene jedoch überhaupt nicht gefallen zu haben.

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Solowjow drohte im russischen Staatsfernsehen mit nichts Geringerem als einer Invasion Deutschlands. Roths Übersetzung der Briefmarke griff er als direkte Beleidigung Russlands und seiner Bevölkerung auf. „Was sollen wir nun tun?“, fragt er in seiner Sendung „Abend“, die im Staatskanal Rossija-1 ausgestrahlt wird. Die Aufzeichnung der Szene wurde vom BBC-Journalisten und Experten für russisches Fernsehen, Francis Starr, veröffentlicht.

„Werden sie die Nachricht auf andere Weise nie verstehen?“

„Sollen wir abermals den Staub von deutschen Gräbern schütteln mit dem donnernden Marsch sowjetischer Stiefel?“, fragt Solowjow als Nächstes. „Werden sie die Nachricht auf andere Weise nie verstehen?“ Weiterhin wirft er Deutschland vor, erneut seine Panzer „nach Osten“ zu senden, die „schon bald russischen Boden trampeln“ könnten, so Solowjow. Dabei benutzt er immer wieder deutsches Vokabular.

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Früher habe man über deutsche Kultur als echtes Phänomen gesprochen, echauffiert sich der Kreml-Propagandist. „Doch dann kam 2022!“ Nun aber habe die deutsche Regierung „Idioten, Abschaum, Rüpel und Schurken“ rekrutiert. „Sollten wir mit denen überhaupt noch sprechen?“, fragt er seine Gäste.

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Nicht zum ersten Mal haben sich der Kreml und seine Schergen mit Drohungen oder Fake News an Deutschland oder andere westliche Länder gewandt. So wurde bereits zu Beginn des Krieges etwa das Gerücht geschürt, Deutschland würde Biowaffen produzieren, um sie gegen Russland einzusetzen. Auch der ehemalige Präsident des Landes, Dmitrij Medwedew, äußerte immer wieder besonders aggressive Drohungen.

RND/sic

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