Nach Raketenbeschuss Odessas

Russland sieht keine Hindernisse für ukrainischen Getreideexport

Getreidesilos im Hafen von Odessa. Einen Tag nach der Vereinbarung über die Ausfuhr von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer hat Russland nach Angaben aus Kiew den Hafen von Odessa mit Raketen beschossen.

Dieser Hafen in dem Land Ukraine wurde am Wochenende mit Raketen beschossen. Foto: Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Nachrichten für Kinder +++ dpa-Nachrichten für Kinder +++

Getreidesilos im Hafen von Odessa. Einen Tag nach der Vereinbarung über die Ausfuhr von ukrainischem Getreide über das Schwarze Meer hat Russland nach Angaben aus Kiew den Hafen von Odessa mit Raketen beschossen. Dieser Hafen in dem Land Ukraine wurde am Wochenende mit Raketen beschossen. Foto: Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Nachrichten für Kinder +++ dpa-Nachrichten für Kinder +++

Moskau. Nach den russischen Raketenangriffen auf den Hafen in Odessa am Schwarzen Meer sieht Moskau keine Hindernisse für den Export von Millionen Tonnen des ukrainischen Getreides. Die Raketen seien im militärisch genutzten Teil des Hafens eingeschlagen und damit in „bedeutender Entfernung“ von den Getreidesilos, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag auf seiner Afrikareise in der Republik Kongo.

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Der Erfüllung stehe von russischer Seite nichts im Wege

Der Erfüllung der Vereinbarung von Istanbul vom Freitag stehe von russischer Seite nichts im Wege, sagte er. Zugleich machte Lawrow deutlich, dass es jederzeit wieder einen solchen Anschlag geben könne.

Russlands Außenminister Lawrow (l.) traf gestern in Oyo Denis Sassou Nguesso, Außenminister der Republik Kongo.

Russlands Außenminister Lawrow (l.) traf gestern in Oyo Denis Sassou Nguesso, Außenminister der Republik Kongo.

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Russland ist nach den Worten Lawrows in dem Abkommen von Istanbul keinerlei Verpflichtungen eingegangen, „die es uns verbieten würden, die militärische Spezialoperation fortzusetzen und die militärische Infrastruktur und andere militärische Ziele zu zerstören“. Russland nennt den Angriffskrieg gegen die Ukraine nur „militärische Spezialoperation“.

Im Zuge der Vereinbarung zum Ende der Blockade ukrainischer Getreideausfuhren fordert Moskau von den Vereinten Nationen Unterstützung im Kampf gegen westliche Sanktionen.

Im vorliegenden Fall müssen die UN ihren Teil erfüllen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow

„Im vorliegenden Fall müssen die UN ihren Teil erfüllen, der die indirekten Beschränkungen betrifft, die sich gegen die russischen Lieferungen von Getreide und Düngemittel richten“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge.

Bei dem Angriff auf den Hafen von Odessa waren nach russischen Angaben am Samstag ein Kriegsschiff, ein Depot mit von den USA gelieferten Anti-Schiffsraketen vom Typ Harpoon und eine Dockanlage der ukrainischen Seestreitkräfte zerstört worden.

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Erst am Donnerstag wurde in einem EU-Beschluss bekräftigt, dass sich keine Sanktionsmaßnahme „in irgendeiner Weise gegen den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Lebensmitteln, einschließlich Weizen und Düngemitteln, zwischen Drittländern und Russland“ richtet. Großbritannien äußerte sich zuletzt ähnlich. Russland beklagt hingegen dass es durch die Sanktionen des Westens massive Einschränkungen für seinen internationalen Schiffsverkehr und die Abwicklung von Zahlungen gebe.

Besorgnis, der Deal könnte platzen

Der Zwischenfall hatte Besorgnis ausgelöst, der Korn-Deal könnte platzen. Inzwischen sind die Reedereien aufgerufen, ihre Schiffe für den Transport von Millionen Tonnen Getreide vorzubereiten.

Russland hatte am Freitag in dem Abkommen zugesichert, Schiffe für den Export über einen Seekorridor fahren zu lassen und nicht zu beschießen. Auch die drei beteiligten Häfen dürfen demnach nicht angegriffen werden.

Es geht dabei unter anderem um die Ausfuhr von Millionen Tonnen Getreide. Die unter der Vermittlung der Vereinten Nationen und der Türkei unterzeichnete Einigung sieht vor, die Exporte von einem Kontrollzentrum in Istanbul überwachen zu lassen.

RND/dpa

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