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Russische Regierung erklärt Rapper, Autor und Feministin zu ausländischen Agenten

Der Rapper Oxxxymiron.

Der Rapper Oxxxymiron.

Moskau. Die russische Regierung hat den Rapper Oxxxymiron, den Schriftsteller Dmitri Gluchowski und die bekannte Feministin Aljona Popowa zu ausländischen Agenten erklärt. Alle drei seien auf eine entsprechende Liste gesetzt worden, teilte das Justizministerium am Freitag mit.

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Nach russischem Gesetz können Organisationen und Einzelpersonen, die sich politisch engagieren und Geld aus dem Ausland erhalten, als ausländische Agenten eingestuft werden. Dies kommt einer Vorverurteilung gleich und ist mit zusätzlichen Kontrollen verbunden.

+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Rapper und Schriftsteller kritisierten Krieg gegen die Ukraine

Oxxxymiron, der mit bürgerlichem Namen Miron Fjodorow heißt, besitzt neben der russischen auch die britische Staatsbürgerschaft. Er hat die russische Invasion in die Ukraine als Katastrophe bezeichnet und zur Bildung einer Antikriegsbewegung aufgerufen. Kurz nach Kriegsbeginn sagte er eine ausverkaufte Russland-Tournee ab und organisierte in Westeuropa und der Türkei Benefizkonzerte zur Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge. Im August erklärten die russischen Behörden, sie ermittelten, ob Oxxxymiron gegen das Anti-Extremismus-Gesetz verstoßen hat.

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Gluchowski hat den Krieg in der Ukraine ebenfalls kritisiert. Er ist durch den apokalyptischen Roman „Metro 2033“ bekannt geworden und lebt offenbar im Ausland. Im Juni verhängte ein Gericht gegen ihn Haftbefehl in Abwesenheit, weil er das Ansehen der russischen Armee geschädigt habe. Dafür könnte er bis zu zehn Jahre ins Gefängnis kommen.

Popowa ist eine der energischsten Frauenrechtlerinnen in Russland und hat jahrelang für ein Gesetz gekämpft, das Frauen vor häuslicher Gewalt schützen soll. Unter anderem rief sie Geschädigte auf, Bilder ihrer Verletzungen im Internet zu veröffentlichen, was zu einer Diskussion über den Umgang mit Opfern führte. 2021 kandidierte sie für einen Sitz im Parlament, scheiterte aber.

RND/AP

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