Soldaten als Märtyrer

Russland-Patriarch Kirill: Tod im Krieg gegen die Ukraine „wäscht alle Sünden weg“

Patriarch Kirill hält einen Gottesdienst in der Kathedrale der Auferstehung Christi – der wichtigsten orthodoxen Kathedrale der russischen Streitkräfte – in der Nähe von Moskau ab (Archivbild).

Patriarch Kirill hält einen Gottesdienst in der Kathedrale der Auferstehung Christi – der wichtigsten orthodoxen Kathedrale der russischen Streitkräfte – in der Nähe von Moskau ab (Archivbild).

Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, hat russischen Soldaten im Falle ihres Todes im Ukraine-Krieg die Absolution versprochen. „Die Kirche ist sich bewusst, dass, wenn jemand aus Pflichtgefühl, der Notwendigkeit, einen Eid zu erfüllen, seiner Berufung treu bleibt und im Militärdienst stirbt, er zweifellos eine Tat begeht, die gleichbedeutend mit einem Opfergang ist. Er opfert sich für andere auf“, sagte er im Zuge einer Predigt am Sonntag. „Und deshalb glauben wir, dass dieses Opfer alle Sünden wegwäscht, die eine Person begangen hat.“

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+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Die Äußerungen fallen inmitten landesweiter Anti-Kriegs-Proteste nach der vom Kreml angeordneten Teilmobilmachung im Land. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte wegen des sich hinziehenden Angriffskriegs gegen die Ukraine und nach zahlreichen Niederlagen der eigenen Armee die Teilmobilmachung angeordnet. 300.000 Reservisten sollen nun in die russische Armee eingezogen werden.

Teilmobilmachung in Russland: „Was sollten wir tun, wir müssen unser Land verteidigen“

In Russland werden Tausende Reservisten für den Krieg in der Ukraine eingezogen. Es kommt zu emotionalen Abschieden. Viele Männer fliehen aber auch ins Ausland.

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„Opferbereitschaft ist der größte Ausdruck der besten menschlichen Qualitäten“, so Kirill weiter. Er behauptete zudem, dass Russen eine „Heldentat“ vollbrächten, indem sie Ukrainer töteten. Und das, obwohl er sie aufforderte, das ukrainische Volk nicht als Feinde zu sehen. „Wir wissen, dass viele heute auf den Feldern der mörderischen Schlacht sterben“, sagte er. „Die Kirche betet, dass diese Schlacht so schnell wie möglich endet, dass so wenige Brüder wie möglich einander töten in diesem Bruderkrieg.“

ARCHIV - 20.11.2021, Russland, Moskau: Kirill I., Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche, steht während einer Zeremonie zur Verleihung des Andreas-Ordens im Kreml. (Zu dpa «Papst fordert gemeinsame Friedensarbeit von Moskauer Patriarch Kirill n») Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wie tickt Putins heiliger Krieger?

Der Moskauer Patriarch Kirill steht fest an der Seite des Kriegsherrn im Kreml. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche und Präsident Wladimir Putin verbindet viel. Beide arbeiten an der Wiederauferstehung des russischen Großreichs – und einer konservativen Gesellschaft. Doch wie viel Macht hat die russisch-orthodoxe Kirche wirklich?

Patriarch Kirill gilt als großer Putin-Unterstützer. Er hat bereits mehrfach das Vorgehen des Kremlchefs verteidigt und vor allem der Nato die Schuld am Ukraine-Krieg gegeben. Mit seinen Ansichten zum Krieg hat Kirill die Kluft zwischen dem russischen Zweig der orthodoxen Kirche und anderen orthodoxen Kirchenflügeln auf der ganzen Welt vertieft. Papst Franziskus warnte Mitte September davor, die Religion zur Rechtfertigung eines Krieges zu benutzen. Gott dürfe niemals zur Geisel des menschlichen Machthungers gemacht werden, sagte er.

RND/jst

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