Betrug im Namen des Kreml?

Gefälschte Selenskyj-Stiftung ruft zu Spenden auf – und verspricht satte Prämien

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Die Propaganda gegen die Ukraine wird immer perfider. Das beweist einmal mehr eine nun als gefälscht enttarnte Unterstützerseite für das kriegsgebeutelte Land. Die Seite „zestiftung“, benannt nach dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, versucht sich an Deutschen mit Sympathien für das angegriffene Land zu bereichern und im Sinne der russischen Regierung Empörung zu schüren, wie „t-online“ berichtet.

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Die Masche des Betrugs ist simpel. Wer seine persönlichen Daten auf der Website angibt, Geld spendet und andere ebenfalls zu einer Spende bewegt, bekomme mehr zurück, als anfangs gegeben.

Die Seite wird seit dem Wochenende auf Facebook stark beworben, insbesondere durch Accounts, die bisher durch prorussische Beiträge aufgefallen sind. Der Link wird auf diversen Seiten in die Kommentare unterhalb von Beiträgen gepostet. Dieselben Accounts posten aber auch Links zu gefälschten Nachrichtenseiten deutscher Medien. In den propagierten Texten geht es vornehmlich um die geforderte Aufhebung der Sanktionen gegen Russland.

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Angabe von persönlichen Daten gefordert

Wer auf die Seite geht, wird aufgefordert, Unterstützer zu werden und soll Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Telegram-Account angeben. Dafür wird „Vertraulichkeit“ versprochen und mehr noch: Teilnehmer sollen „Geschenke und Prämien aus dem Fonds“ erhalten. Mitzumachen soll sich zudem finanziell auszahlen.

Bei einer Spende von 20 Euro bekomme man 30 Euro zurück, sofern man noch drei weitere Leute überzeugt, dasselbe zu tun. Bei einer Spende von 100 Euro bekomme man sogar das Doppelte zurück, so die Masche. Finanziell dürfte aktuell aber noch niemand zu Schaden gekommen sein. Der Grund: Es gibt keine Bezahlmöglichkeit. Die Daten der Menschen, die auf die Absicht des Betrugs hereingefallen sind, wurden allerdings einkassiert.

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Ukrainischer Geheimdienst sah Betrug voraus

In der Ukraine warnte man bereits im Vorfeld über mögliche Betrugsmaschen. Am 11. August veröffentlichte der ukrainische Geheimdienst auf Telegram eine Warnung: Die russische Präsidialverwaltung habe einer neuen Struktur zugestimmt, die den Sonderdiensten angegliedert sei und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Westeuropa diskreditieren solle. Dafür sei eine gefälschte Selenskyj-Stiftung geplant.

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Tatsächlich gibt es auch eine echte Unterstützerseite „United24″, über die Selenskyj nach eigenen Angaben bereits 180 Millionen Dollar Spenden gesammelt hat – für militärische Ausrüstung, Medizintechnik und Wiederaufbau.

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Links vielfach in Kommentaren auf AfD-Seiten

Geteilt werden die Links vorrangig in den Kommentarspalten von Facebook-Beiträgen verschiedener Medien, aber etwa auch beim Goethe-Institut oder dem Bund der Steuerzahler. Auffällig sei laut „t-online“, dass die Links zur Fake-Stiftung besonders häufig unter den Facebook-Auftritten von AfD-Politikern und AfD-Verbänden geteilt werden. Das ist nicht gleichbedeutend damit, dass die Seitenbetreiber etwas mit dem Betrug zu tun haben. Es könnte aber dafür sprechen, dass sich Betrüger in den Kreisen der AfD mehr Erfolg erhoffen. Viele der beteiligten Fake-Accounts teilen auf ihren eigenen Seiten seit wenigen Tagen zusätzlich wahllos AfD-Beiträge.

RND/chs

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