Moskau droht mit bis zu 15 Jahren Haft

Proteste nach Mobilmachung: Polizei nimmt mehr als 1300 Demonstranten fest

Gewaltätige Szenen aus Moskau: Die Polizei greift hart gegen die Demonstranten durch.

Gewaltätige Szenen aus Moskau: Die Polizei greift hart gegen die Demonstranten durch.

In Russland ist es nach der Teilmobilmachung der Streitkräfte zu Protesten gekommen. Die Gruppe Awtosak, die Proteste registriert, berichtete am Mittwoch unter anderem von Demonstrationen in Ulan-Ude, Tomsk und Chabarowsk im Fernen Osten des Landes. In den Städten hätten sich mehrere Dutzend Menschen versammelt. Es habe einige Festnahmen gegeben, hieß es. Das russische Exilnachrichtenportal Meduza berichtete von Protesten in mindestens 15 Städten.

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In Moskau forderten die Menschen in Sprechchören ein „Russland ohne Putin“. Ein Anwohner in der sibirischen Stadt Nowosibirsk rief: „Ich will nicht für Putin sterben.“

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Proteste in Russland: Berichte über festgenommene Journalisten

Auch in der Hauptstadt Moskau gab es Proteste. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters sollen im ganzen Land bis zum Nachmittag mehr als 109 Personen festgenommen worden sein. Die NGO „OVD-Info monitoring group“ sprach am späten Abend von mindestens 1300 Festnahmen in 38 Städten. Allein in der Hauptstadt Moskau seien 260 Demonstranten festgesetzt worden, in St. Petersburg 267. Die Organisation berichtete, dass einige Demonstranten mit Schlagstöcken attackiert wurden. Mehrere Journalisten wurden ebenfalls verhaftet, so die NGO.

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Proteste gegen Mobilmachung in Russland: Demonstranten drohen 15 Jahre Haft

Zuvor hatte Präsident Wladimir Putin eine Teilmobilmachung angeordnet. Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte, es sollten 300.000 Reservisten einberufen werden. Die Oppositionsgruppe Wesna rief zu landesweiten Protesten dagegen auf. „Tausende russische Männer – unsere Väter, Brüder und Ehemänner – werden in den Fleischwolf des Kriegs geworfen“, erklärte Wesna. „Wofür werden sie sterben? Wegen was werden Mütter und Kinder weinen?“

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Während im Internet Protestaufrufe die Runde machten, warnte die Moskauer Staatsanwaltschaft, auf die Teilnahme an solchen Aktionen stünden bis zu 15 Jahre Gefängnis. Die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor erklärte, der Zugang zu Webseiten von Medien, die Falschinformationen über die Mobilmachung verbreiteten, werde gesperrt. Unklar blieb, was damit genau gemeint war.

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Kurz nach der verkündeten Teilmobilmachung hat in Russland ein Sturm auf Auslandsflugtickets eingesetzt. Plätze für Flüge der Gesellschaft Air Serbia von Moskau nach Belgrad waren am Mittwoch auf Tage hinaus ausgebucht. Der Preis für One-Way-Tickets von Moskau nach Istanbul oder Dubai schoss binnen Minuten auf 9200 Euro in der Economy-Klasse. Viele fürchteten, die Behörden könnten die Grenzen für Männer im wehrfähigen Alter schließen oder die Teilmobilmachung ausweiten.

Im Internet kursierten Schilderungen über Panik. Es gab Berichte, dass Menschen an der Grenze zu Georgien zurückgeschickt worden seien. Die Website der russischen Staatsbahn sei zusammengebrochen, weil dort so viele Menschen nach Möglichkeiten für Reisen ins Ausland gesucht hätten. Außerdem gab es Tipps, wie man sich vor einer Einberufung zur Armee drücken könne.

RND/AP/scs

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