Neues Weißbuch der Regierung

Die globale Machtbalance ändere sich bereits: Japan warnt vor Kooperation zwischen China und Russland

Präsident Xi Jinping (links) und Präsident Wladimir Putin haben 2019 in Moskau ein Abkommen zur Stärkung der bilateralen Beziehungen unterschrieben. (Archivbild)

Präsident Xi Jinping (links) und Präsident Wladimir Putin haben 2019 in Moskau ein Abkommen zur Stärkung der bilateralen Beziehungen unterschrieben. (Archivbild)

Tokio. Die japanische Regierung sieht die nationale Sicherheit durch den Ukraine-Krieg und Spannungen zwischen China und Taiwan zunehmend bedroht. In einem am Freitag vom Kabinett bestätigten Weißbuch zur Verteidigung heißt es, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verstärke Sorgen, dass gewaltsame Änderungen des Status quo in die Indo-Pazifik-Region ausgreifen könnten. Die strategische Konkurrenz zwischen den Staaten habe sich verschärft, die globale Machtbalance ändere sich. Chinas schnelle Aufrüstung sei dabei ein zusätzlicher Faktor.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Verteidigungsminister Nobuo Kishi sagte, die Indo-Pazifik-Region stehe im Zentrum des internationalen strategischen Wettstreits. Das 500 Seiten starke Weißbuch nennt neben China und Russland Nordkorea als Problem für die Sicherheit Japans. Der Abschnitt zu Taiwan ist im Vergleich zum Vorjahr doppelt so lang und verweist auf wachsende Spannungen zwischen den USA und China wegen des Inselstaates, den die Volksrepublik als chinesisches Territorium für sich beansprucht.

Brics-Gipfel: Xi und Putin rufen Partner zur Zusammenarbeit auf

China und Russland haben den diesjährigen Brics-Gipfel für deutliche Kritik am Westen genutzt.

Auch der Chef des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA, William Burns, schätzt die Gefahr eines chinesischen Angriffs auf Taiwan als groß ein. „Die chinesische Führung versucht, Lehren aus der russischen Invasion zu ziehen, und das hat aber aus unserer Sicht wahrscheinlich weniger Einfluss auf die Frage, ob China in ein paar Jahren Soldaten einsetzt, um Taiwan zu kontrollieren, sondern darauf, wie und wann“, sagte er am Mittwoch in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC am Rande der Sicherheitskonferenz Aspen Security Forum.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

China reklamiert japanische Inseln für sich

Ein weiteres Problem seien die unablässigen Versuche Chinas, den Status quo der japanischen Senkaku-Inseln zu ändern, die China als Diaoyu-Insseln bezeichnet und für sich reklamiert.

Zum Ukraine-Krieg schrieben die Verfasser des Weißbuchs, die Zusammenarbeit zwischen Peking und Moskau könne wegen Russlands internationaler Isolation und Kampfesmüdigkeit an Bedeutung gewinnen. Beide Staaten verstärkten ihre gemeinsamen Manöver von Marine und Luftwaffe, sagte Verteidigungsminister Kishi.

Das Weißbuch fordert, das japanische Militär aufzurüsten und den Verteidigungshaushalt aufzustocken. Die Regierung von Ministerpräsident Fumio Kishida hat bereits angekündigt, die Militärausgaben in den nächsten fünf Jahren auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung zu erhöhen, das wären rund zehn Billionen Yen (rund 71 Milliarden Euro).

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/sic/AP

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen