„Die Welt steht an eurer Seite“

Quartett der Hoffnung: Scholz, Draghi, Macron und Iohannis besuchen die Ruinen von Irpin

Bundeskanzler Olaf Scholz (2.v.r.) mit Mario Draghi (3.v.r.), Ministerpräsident von Italien, und den dahinter gehenden Emmanuel Macron (2.v.l.), Präsident von Frankreich und Klaus Iohannis, Präsident von Rumänien, besucht Irpin.

Kiew. Neben dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi und dem rumänischen Staatschef Klaus Iohannis hat auch Bundeskanzler Olaf Scholz am Donnerstag das ukrainische Irpin besucht. Der SPD-Politiker traf am späten Vormittag in dem teils zerstörten Kiewer Vorort ein.

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Ähnlich wie im benachbarten Butscha wurden in Irpin nach dem Rückzug der russischen Truppen Ende März knapp 300 teils hingerichtete Zivilisten gefunden.

Scholz versichert internationale Solidarität

Scholz verurteilte die „Brutalität“ des russischen Angriffskriegs. Es seien unschuldige Zivilisten getroffen und eine ganze Stadt zerstört worden, in der es überhaupt keine militärischen Strukturen gegeben habe. „Das sagt sehr viel aus über die Brutalität des russischen Angriffskriegs, der einfach auf Zerstörung und Eroberung aus ist.“

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Irpin sei ein „ganz wichtiges Mahnmal“ dafür, dass etwas zu tun sei. „Russland treibt ihn mit größter Brutalität ohne Rücksicht auf Menschenleben voran. Und das ist das, was auch zu Ende gehen muss.“ Scholz versicherte der Ukraine die internationale Solidarität.

Der Sondergesandte des ukrainischen Präsidenten Wolodomyr Selenskyj für eine EU-Beitrittsperspektive, Oleksij Tschernyschow, führte die vier Spitzenpolitiker in Irpin an Ruinen von Häusern vorbei, die bei russischem Beschuss beschädigt wurden.

Macron und Draghi voll Lob und Hoffnung

Auch Frankreichs Staatschef Macron verurteilte die „Barbarei“ der Attacken und pries den Mut der Anwohner von Irpin und anderen Vororten der ukrainischen Hauptstadt, in denen der russische Vormarsch auf Kiew zum Erliegen gekommen war.

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Der italienische Ministerpräsident Draghi richtete sich an das ukrainische Volk. „Die Welt steht an eurer Seite“, sagte er laut der Nachrichtenagentur Ansa vor einem zerstörten Gebäude. Er traue der Ukraine den Wiederaufbau zu. „Das hier ist ein Ort der Zerstörung, aber auch der Hoffnung“, sagte Draghi und erklärte weiter: „Das Volk wurde vereint durch den Krieg, es kann nun Sachen schaffen, die vor dem Krieg vielleicht nicht möglich gewesen wären.“ Auf eine Frage, ob internationale Hilfe ähnlich des Marshall-Plans nötig sei, antwortete er: „Darüber werden wir nachher reden.“

Ukraine-Reise: Bundeskanzler Scholz mit Macron und Draghi in Kiew

Die drei Staatschefs besuchen neben Kiew auch den Vorort Irpin, wo mehrere Kriegsverbrechen von Russland begangen wurden. 300 Zivilisten wurden hingerichtet.

Rumäniens Staatspräsident Klaus Iohannis hat erneut verlangt, dass Gräueltaten Russlands in dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine vor ein internationales Strafgericht gebracht werden. „Ich erneuere mit Nachdruck meinen Appell dafür, dass alle russischen Täter von der internationalen Strafjustiz – die Rumänien voll unterstützt – zur Verantwortung gezogen werden“, twitterte Iohannis am Donnerstag nach einem Besuch in Irpin. „Es gibt keine Worte, um die unvorstellbare menschliche Tragödie und die schrecklichen Zerstörungen zu beschreiben, die wir heute in Irpin gesehen haben“, schrieb Iohannis.

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In Irpin lebten vor dem Krieg knapp 60.000 Einwohner. Die russischen Truppen konnten die Ortschaft nicht vollständig erobern, näherten sich hier aber der Stadtgrenze der Hauptstadt bis auf wenige Kilometer. Das normale Leben ist wieder weitergehend aufgenommen. Viele Einwohner sind zurückgekehrt. Die durch den russischen Angriff entstandenen Zerstörungen sind jedoch weiter unübersehbar.

Gegen Mittag war ein Treffen von Scholz, Draghi und Macron mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geplant.

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RND/dpa

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