Ukraine brauche „viel mehr“ Unterstützung

Selenskyj fordert vom Westen Waffensysteme mit größerer Reichweite

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, hört einen Bericht eines Soldaten nahe der Frontlinie in der Region Donezk. (Archivbild)

Berlin. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vom Westen erheblich mehr Hilfen im Krieg gegen Russland gefordert. „Wir müssen noch viel mehr gemeinsam tun, um diesen Krieg zu gewinnen“. sagte Selenskyj der Wochenzeitung „Die Zeit“ in einem am Dienstag veröffentlichten Interview.

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Insbesondere brauche sein Land wesentlich mehr moderne Artilleriegeschütze wie Mehrfachraketenwerfer mit größerer Reichweite und ähnliche Systeme. Der Krieg in der Ukraine habe sich zuletzt vor allem im Osten zu einem Artilleriekrieg gewandelt, Russland besitzt dabei einen numerischen Vorteil mit seinen Einheiten. „Und dieses Ungleichgewicht bezahlen wir täglich mit Menschenleben“, sagte Selenskyj. „Es ist schrecklich, aber Realität. Russland führt einen sehr brutalen Krieg, mit schweren Waffen, mit weitreichender Artillerie, mit Raketen, Marschflugkörpern, um alles in der Ukraine zu zerstören – Menschen, Städte, Infrastruktur.“

Selenskyj fordert klare Hilfen von Scholz

Deutschland dürfe keinen Spagat zwischen der Ukraine und den Beziehungen zu Russland machen, sagte Selenskyi am Abend im ZDF.

Deshalb brauche sein Land mehr modernes und schweres Gerät. „Wir brauchen moderne Waffen. Wir brauchen Unterstützung, um zu überleben und zu gewinnen.“ Je weniger die Partner bereit seien, sein Land mit Waffen zu helfen, desto länger wird dieser Krieg dauern, und desto mehr Menschen werden sterben“, warnte der ukrainische Präsident. Zur Debatte um den Umfang der Unterstützung durch die Bundesregierung sagte er, die Lieferungen aus Deutschland seien „immer noch geringer, als sie sein könnten“.

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Auf die Frage, ob er sich wünsche, dass Bundeskanzler Olaf Scholz die Formulierung verwende, die Ukraine müsse gewinnen, erwiderte Selensykj: „Wie auch immer der Wortlaut ist, jeden Tag sterben dutzende von Menschen hier in der Ukraine. Jeden Tag. Wie soll ich da ruhig bleiben? (Russlands Präsident Wladimir) Putin hasst die Idee eines freien und vereinten Lebens in Europa, und wir halten dagegen. Also sagt, was ihr wollt und wie ihr es wollt, aber helft uns. Bitte.“

Ob der Bundeskanzler – wie von verschiedenen Medien berichtet – tatsächlich in dieser Woche gemeinsam mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi nach Kiew reisen wird, wollte Selenskyj nicht beantworten. „Wir sind offen und werden alle unsere Freunde in Kiew willkommen heißen“, sagte er.

RND/sic/dpa

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