Gefangenenaustausch und Getreideexporte

Erstes Telefonat seit Kriegsbeginn: Lawrow bereit zu Gesprächen mit US-Außenminister Blinken

Der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag in der Hauptstadt Usbekistans, Tashkent.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag in der Hauptstadt Usbekistans, Tashkent.

Taschkent. Russlands Außenminister Sergej Lawrow ist nach eigenen Angaben bereit, seinen US-Kollegen Antony Blinken zu einem Gefangenenaustausch und zur Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte anzuhören. „In den nächsten Tagen schlagen wir unseren amerikanischen Kollegen einen geeigneten Termin (für ein Telefonat) vor“, sagte Lawrow am Freitag in Taschkent der Agentur Interfax zufolge. Es wäre das erste Gespräch der beiden Diplomaten seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine.

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Blinken hatte angekündigt, sich bei dem Telefonat für die Freilassung der in Russland inhaftierten US-Basketballerin Brittney Griner und ihres wegen angeblicher Spionage zu 16 Jahren Haft verurteilten Landsmanns Paul Whelan einsetzen zu wollen. Laut Lawrow ist das Außenministerium grundsätzlich nicht für Fragen des Gefangenenaustausches zuständig. „Aber ich höre trotzdem, was er zu sagen hat.“

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Interessant sei aus seiner Sicht auch zu erfahren, wie die USA ihre Verpflichtungen zur Umsetzung des Getreidedeals unter Schirmherrschaft der UN erfüllen wollen. „Wenn es nämlich um russisches Getreide geht, so haben ausgerechnet die US-Sanktionen es nicht erlaubt, die Verträge in vollem Umfang zu realisieren“, sagte Lawrow. Er beklagte in dem Zusammenhang Hafenverbote für russische Schiffe sowie Beschränkungen bei der Versicherung und Finanzierung der Fracht.

Etwa 75.000 Russen in Ukraine-Krieg getötet oder verletzt

Im Krieg gegen die Ukraine gehen die Opferzahlen auf russischer Seite nach US-Schätzungen in die Zehntausende.

Russland hat die Freigabe der ukrainischen Getreidelieferungen stets an Sanktionserleichterungen gekoppelt, die die eigene Ausfuhr von Getreide und Düngemitteln erleichern. Direkte Verbote des Westens gegen deren Ausfuhr gibt es nicht, doch die Strahlkraft der Sanktionen behindert inzwischen den gesamten russischen Außenhandel.

RND/dpa

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