Russische Truppen setzen sich im Zentrum von Sjewjerodonezk fest

Rauchwolke über der Stadt Sjewjerodonezk.

Kiew. Das russische Militär hat sich nach ukrainischen Angaben beim Sturm des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk im Stadtzentrum festgesetzt. „Der Aggressor hat Angriffe in den nördlichen, südlichen und östlichen Stadtgebieten von Sjewjerodonezk durchgeführt, mit einzelnen Einheiten Erfolg gehabt und nistet sich nun im Stadtzentrum ein“, teilte der ukrainische Generalstab am Mittwoch in seinem morgendlichen Lagebericht mit.

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„Für die Russen wäre die Einnahme von Sjewjerodonezk ein großer operativer Erfolg, da die Eroberung des gesamten Donbass damit ein großes Stück näher rückt“, so die Einschätzung von Georg Löfflmann, Assistant Professor für War Studies an der University of Warwick.

Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte er: „Symbolisch ist die Eroberung bedeutend, um den Eindruck militärischer Unfähigkeit zu korrigieren und zu zeigen, dass man in der Ukraine gewinnen kann.“ Für die Ukraine sei dies dagegen ein herber Rückschlag.

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Große Schäden in Sjewjerodonezk: Schwere Kämpfe im Donbass halten an

Ukrainische Truppen versuchen, den Vormarsch russischer Streitkräfte in strategisch wichtigen Regionen im Osten des Landes aufzuhalten.

Westlich der Stadt, im Raum Bachmut, versuchten die Russen, die ukrainischen Verteidiger aus ihren Positionen bei Bilohoriwka und Wrubiwka zu drängen. Angriffe gab es zudem bei Komyschuwacha, Berestowe und Nyrkowe. Alle diese Ortschaften befinden sich im westlichen Rückraum von Sjewjerodonezk. Die russischen Angriffe zielen wohl darauf ab, den Ukrainern einen geordneten Rückzug aus der früheren Großstadt zu verwehren. Diese ist seit 2014 Verwaltungszentrum der Region Luhansk im Osten der Ukraine.

Außerdem meldete der Generalstab aber auch weitere russische Versuche, Richtung Slowjansk vorzudringen. Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk umfasste vor dem Krieg rund eine halbe Million Menschen. Er ist die Operationszentrale der ukrainischen Streitkräfte im Donbass-Gebiet. Von der Kleinstadt Lyman aus seien russische Kräfte mit Unterstützung moderner Kampfhubschrauber vom Typ Ka-52 Richtung Slowjansk vorgedrungen, die Kämpfe hielten an.

Russische Offensive im Donbass: Weiterhin schwere Kämpfe in der Ostukraine

Bei den schweren Kämpfen in der Ostukraine haben die russischen Streitkräfte etwa ein Drittel der Stadt Sjewjerodonezk unter ihre Kontrolle gebracht.

Weitere Angriffe aus Richtung Isjum - nordwestlich von Slowjansk - seien bei der Ortschaft Dowgenke abgewehrt worden, hieß es. Dort seien die russischen Einheiten nach hohen Verlusten zu einem teilweisen Rückzug gezwungen. Nach ukrainischen Angaben wurden im Laufe des Tages neun russische Angriffe im Donbass abgewehrt und mehr als 20 Militärfahrzeuge außer Gefecht gesetzt. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht überprüfen.

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RND/dpa/scs

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