Shalom aus Tel Aviv

Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert wird Botschafter in Israel

Regierungssprecher Steffen Seibert, hier bei einer Pressekonferenz im Jahr 2021, wird Botschafter in Israel.

Regierungssprecher Steffen Seibert, hier bei einer Pressekonferenz im Jahr 2021, wird Botschafter in Israel.

Berlin. 40 Sekunden auf Hebräisch – so hat man Steffen Seibert bislang noch nicht gehört. Nun aber: Shalom (Hallo), lehitraot (Auf Wiedersehen) und dazwischen einige wohl formulierte Sätze über die besondere Freundschaft zwischen Deutschland und Israel. Sechs Monate Pause hat Seibert nach seinem Ausscheiden als Sprecher der Regierung Angela Merkels eingelegt. Er hat sie ganz offenkundig genutzt für einen Sprachkurs. So ausgerüstet hat er sich nun aus Tel Aviv mit einem Videogruß auf Twitter zurückgemeldet, als künftiger deutscher Botschafter in Israel.

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Ganz ohne klassische Diplomatenausbildung ist das ein eher ungewöhnlicher Sprung, auf einen der zentraleren und damit auch im Auswärtigen Amt besonders begehrten Botschafterposten zudem. Der erste Nichtdiplomat ist er dort freilich nicht: Bundeskanzler Willy Brandt schickte 1971 den Chefredakteur der Parteizeitung „Vorwärts“ auf den Posten. Ende der 70er-Jahre übernahm ein anderer Weggefährte Brandts, der einstige Berliner Bürgermeister Klaus Schütz. Bundeskanzler Gerhard Schröder schickte 2000 den SPD-Sozialpolitiker Rudolf Dreßler nach Israel.

Elf Jahre lang Merkel erklären

Seiberts Wechsel war offenkundig eine der Abschiedszusagen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) an seine Vorgängerin. Elf Jahre lang hat der heute 62-jährige Merkels Politik verkauft, in so verbindlich wie distanziert wirkender Freundlichkeit. Der ehemalige Journalist, vorher US-Korrespondent des ZDF und Moderator der „heute“-Nachrichtensendung, baute Social-Media- und Videoformate der Kanzlerin aus und war offenkundig begeistert von seiner Chefin. Und die offenbar auch von ihm: So lange wie Seibert hat es bislang noch keiner auf dem Regierungssprecherposten ausgehalten.

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Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel posiert  in ihrem Buero fuer ein Foto. Berlin, 15.06.2022

„Jetzt bin ich frei“

Sechs Monate nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft hat Angela Merkel das RedaktionsNetzwerk Deutschland zu dem ersten Interview in ihrem neuen Büro empfangen. In dem sehr persönlichen Gespräch blickt die Bundeskanzlerin a.  D. zurück auf ihre Russland-Politik und die Entscheidung für Nord Stream 2. Und erklärt, warum sie nie offen Partei für die Ostdeutschen ergriffen hat.

Merkels Strategieberaterin Eva Christiansen bleibt im Land: Sie arbeitet nun für eine Beratungsfirma. Ihre Büroleiterin Beate Baumann hat Merkel auch in ihrem Altkanzlerinnenbüro behalten.

Als Botschafter arbeitet Seibert nun in einem Land, zu dem Merkel besondere Kontakte gepflegt hat, unter anderem mit acht Besuchen. Als erste deutsche Regierungschefin sprach sie 2008 in der Knesseth, dem israelischen Parlament. Israels Sicherheit sei Teil der deutschen Staatsräson, hat sie wieder und wieder erklärt. Und dabei eigene Schwerpunkte gesetzt: Um den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern zu lösen, setzte sie auf die Zwei-Staaten-Lösung, die in so weite Ferne gerückt zu sein scheint. Auch das Atomabkommen mit dem Iran, von dem sich Israel bedroht fühlt, war Merkel ein Anliegen.

Seibert schlug in seiner Videobotschaft, in der er vom Hebräischen ins Englische wechselte, einen ähnlichen Ton an wie Merkel: „Partner und Freunde“ seien Israel und Deutschland heute, und nach der schrecklichen Erfahrung des Holocaust sei das etwas, was man in Deutschland nicht als selbstverständlich ansehen könne. „Wir sind dafür sehr dankbar“, sagt Seibert.

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Es gebe daraus eine zentrale Lektion: Deutschland stehe fest an der Seite Israels. Und er selber freue sich sehr darauf, das „außergewöhnliche Land“ und seine Leute besser kennenzulernen. Und natürlich werde er gerne auch etwas über Deutschland erzählen.

Seiberts neue Chefin ist nun Außenministerin Annalena Baerbock. Es heißt, dass Merkel sie schätze.

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