Kommentar

„Ampelkater“ bei den Jusos: ein bisschen Revolte

Jessica Rosenthal, Vorsitzende der Jungsozialisten (Jusos), empfängt den SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil beim Juso-Bundeskongress in Oberhausen.

Jessica Rosenthal, Vorsitzende der Jungsozialisten (Jusos), empfängt den SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil beim Juso-Bundeskongress in Oberhausen.

Oberhausen. Mit 44 Jahren liegt SPD-Chef Lars Klingbeil vom Alter genau in der Mitte zwischen den forschen Jungsozialistinnen und den Silberrücken vom Schlage eines Sigmar Gabriel, die der Partei vom Altenteil aus fast täglich Probleme bereiten. Politisch versucht er gerade in der Russland- und China-Politik eigene Akzente zu setzen, ohne dabei auch nur den Hauch einer Vermutung zuzulassen, er sehe die Dinge anders als das Bundeskanzleramt. Beim Juso-Bundeskongress in Oberhausen am Wochenende hatte Klingbeil es deutlich schwerer als sein Generalsekretär Kevin Kühnert, die Herzen der Parteijugend zu gewinnen.

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Das lag auch am Thema: Kühnert sprach über Sozialpolitik und Umverteilung, Klingbeil skizzierte eine außenpolitische Agenda. Die SPD müsse sich mit den Fehlern der Vergangenheit auseinandersetzen, um sie nicht zu wiederholen. „Wir haben uns einseitig abhängig gemacht von Russland“, sagte Klingbeil, der den Kremlherrscher Wladimir Putin erneut einen „Kriegsverbrecher“ nannte. Mit China dürfe das nicht erneut passieren. „China muss draußen bleiben“ bei Digitalisierung und kritischer Infrastruktur.

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Dass Klingbeil dennoch den geplanten Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an einem Containerterminal im Hamburger Hafen an China billigt, war nicht der einzige Kritikpunkt, den ihm die Jungsozialistinnen und Jungsozialisten aufs parteiinterne Butterbrot schmierten. Er solle „weniger Regierungssprecher für Olaf und mehr Parteivorsitzender der Sozialdemokratischen Partei“ sein. Es herrsche „Ampelkater“ bei den Jusos. Und Klingbeils Forderung, Deutschland solle als „Führungsmacht“ auftreten, wurde einhellig zerrissen. Nicht Führung, sondern Verantwortung müsse Deutschland übernehmen, sagte Juso-Chefin Jessica Rosenthal.

Von „turbulenten Zeiten“ hatte Klingbeil in seinem Grußwort gesprochen. Die Jusos könnten in den kommenden Monaten noch einiges zu diesen Turbulenzen beitragen.

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