Hoffnung auf ukrainischen Sieg

Oppositionsführerin Tichanowskaja: „Kein freies Belarus ohne freie Ukraine“

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja: „Es wird kein freies Belarus geben ohne eine freie Ukraine."

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja: „Es wird kein freies Belarus geben ohne eine freie Ukraine."

New York. Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sieht das Schicksal ihres Landes eng verbunden mit dem Ukraine. „Es wird kein freies Belarus geben ohne eine freie Ukraine“, sagte Tichanowskaja am Freitag der Nachrichtenagentur AP am Rande der UN-Vollversammlung. Der russische Präsident Wladimir Putin betrachte Belarus und die Ukraine nicht als unabhängige und souveräne Staaten. Solange an der Macht sei, werde es Sicherheitsgefahren für die Westgrenzen beider Länder geben.

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Tichanowskaja war 2020 Präsidentschaftskandidatin der Opposition. In einer weithin als gefälscht betrachteten Wahl erhielt Amtsinhaber Alexander Lukaschenko nach offiziellen Angaben rund 80 Prozent der Stimmen, was zu wochenlangen Massenprotesten führte. Tausende Oppositionelle wurden festgenommen. Tichanowskaja floh nach Litauen.

Tausende in Belarus wegen Ablehnung des Krieges im Gefängnis

Tichanowskaja nannte den russischen Angriff auf die Ukraine sehr unerwartet und sagte, einige ihrer Landsleute lehnten ihn besonders deswegen ab, weil er ein Krieg gegen „unsere Brüder und Schwestern“ sei. Belarus und die Ukraine seien einst Teil des russischen und später des sowjetischen Imperiums gewesen und wollten nicht wieder in eine solche Lage kommen. Lukaschenko habe Russland jedoch unterstützen müssen, weil Putin ihm während der Massenproteste 2020 zur Seite gestanden habe.

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News Bilder des Tages MOSCOW, RUSSIA - SEPTEMBER 20, 2022: Russia s President Vladimir Putin C arrives for a ceremony to accept credentials from 24 foreign ambassadors at St Alexander s Hall of the Grand Kremlin Palace. Pavel Bednyakov/POOL/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS142F50

Putin zieht seine letzten Register

Mit der Teilmobilmachung will Wladimir Putin 300.000 zusätzliche Soldaten zusammentrommeln. Zugleich droht er mit dem Einsatz von Atomwaffen. Allerdings wächst jetzt auch die Unruhe in Russland – und das politische Risiko für Putin selbst.

In Belarus seien seit Kriegsbeginn Tausende Menschen ins Gefängnis gekommen, weil sie die russische Invasion ablehnten, sagte Tichanowskaja. Sie lobte Saboteure, die Eisenbahnverbindungen von Russland über Belarus in die Ukraine unterbrochen und Informationen über Lieferungen an das ukrainische Militär weitergegeben hätten. Diese hätten dabei die Todesstrafe riskiert.

Tichanowskaja: „Wir leben in Belarus gerade wie in einem Gulag“

Als größte Leistung der Opposition in Belarus bezeichnete es Tichanowskaja, dass die Menschen trotz Terror, Unterdrückung und Festnahmen nicht aufgegeben hätten. „Natürlich haben die Menschen Angst“, sagte sie. „Wir leben in Belarus gerade wie in einem Gulag. Aber die Menschen haben diese Energie weiterzumachen.“

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Tichanowskaja sie könne mit dem Menschen in Belarus kommunizieren. Diese seien bereit für eine „neue Revolutionswelle, wenn der Augenblick kommt“. Für die Menschen in Belarus werde sich Zeitfenster öffnen, wahrscheinlich bei einem Sieg der Ukraine. Doch niemand könne sagen, wie lange es bis dahin dauern werde. „Unsere Aufgabe ist es, nicht erschöpft zu sein, wenn die Zeit kommt, diese Energie zu haben, weitere einen Mobilisierungsplan zu haben, einen Übergangsplan“, sagte sie. „Wir hoffen, es wird nicht zu lang dauern, denn Zeit ist sehr wichtig für die Ukrainer, Zeit ist sehr wichtig für unsere politischen Gefangenen und Zeit ist wichtig für die Welt.“

RND/AP

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