Kostenloses Trinkwasser

Der Bund will 1000 neue Trink­wasser­brunnen – positives Echo aus Städten und Gemeinden

Trinkwasserspender wie hier in Wernigerode in Sachsen-Anhalt sollen zukünftig an mehreren öffentlichen Plätzen in Deutschland aufgestellt werden. Die Bundesregierung hat beschlossen, dass Städte und Gemeinden Trinkwasser im öffentlichen Raum vermehrt kostenlos bereitstellen müssen.

Trinkwasserspender wie hier in Wernigerode in Sachsen-Anhalt sollen zukünftig an mehreren öffentlichen Plätzen in Deutschland aufgestellt werden. Die Bundesregierung hat beschlossen, dass Städte und Gemeinden Trinkwasser im öffentlichen Raum vermehrt kostenlos bereitstellen müssen.

Berlin. Künftig soll es mehr Trinkwasserbrunnen in Parks, Fußgängerzonen oder auf Plätzen geben. Die Bundesregierung hat am Mittwoch beschlossen, dass Trinkwasser aus dem Leitungsnetz an möglichst vielen öffentlichen Orten frei verfügbar sein soll. Städte und Gemeinden sollen dazu mehr Wasserzapfstellen errichten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Zugang zu Trinkwasser müsse für alle Menschen in Deutschland so einfach wie möglich sein, sagte Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne). Die letzten trockenen und heißen Sommer hätten gezeigt, dass andauernde Hitzewellen kein seltenes Ereignis in Deutschland mehr seien. „Trinkbrunnen mit Leitungswasser gehören zudem zu den Basisbausteinen einer guten Hitzevorsorge“, so Lemke weiter. Und sie sieht einen weiteren Vorteil: „Leitungswasser ist ein kontrolliertes Lebensmittel, es spart Energie und wird am Trinkbrunnen verpackungsfrei bereitgestellt – so profitiert auch die Umwelt.“

Der Deutsche Städtetag befürwortet das Ziel, mehr Trinkwasser an öffentlichen Orten zur Verfügung zu stellen. „Viele Städte bauen und betreiben bereits öffentliche Trinkbrunnen und Trinkwasserstellen. Dieser Trend wird sich durch das vom Kabinett verabschiedete Gesetz verstärken“, sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Finanzielle Unterstützung gefordert

Bisher würden die Brunnen von Städten oder ihren Wasserversorgern finanziert. „Wenn es in Zukunft deutlich mehr solcher Brunnen geben soll, sehen wir Bund und Länder gefordert, die Kommunen dabei zu unterstützen“, forderte Dedy. Vorsorge gegen Hitze und ein besserer Schutz gegen die Folgen des Klimawandels seien gemeinsame Ziele, die auch gemeinsam realisiert werden sollten, sagte er.

29.06.2021, Spanien, Madrid: Ein Junge kühlt sich vor der Hitze mit einem Wasserdampfdiffusor vor einem Restaurant in der Alcala Straße. Es werden Höchsttemperaturen von bis zu 36 Grad Celsius erwartet. Foto: Jesús Hellín/EUROPA PRESS/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wie kühlen wir uns auf einem immer heißeren Planeten?

Der Klima­wandel sorgt dafür, dass es auf der Erde immer heißer wird. Damit steigt welt­weit die Nach­frage nach Klima­anlagen. Gibt es klima­freundliche Alternativen?

Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) unterstützt den Aufbau von mehr Trinkwasserbrunnen. Viele Kommunen hätten in den vergangenen Jahren bereits auf freiwilliger Basis Trinkwasserbrunnen errichtet. „Dagegen halten wir eine pauschale Verpflichtung zur Errichtung von Trinkwasserbrunnen für den falschen Weg“, sagte DStGB-Dezernent Bernd Düsterdiek dem RND. Es müssten die bereits bestehenden Angebote durch öffentliche Wasserhähne sowie die Unterschiede zwischen Stadt und Land berücksichtigt werden.

Der Gesetzentwurf lässt Kommunen den vom DStGB geforderten Handlungsspielraum. Städte und Gemeinden sind dabei weitgehend flexibel, wo, wie viele und welche Arten von Wasserstellen sie anbieten. Derzeit gibt es laut Angaben des Umweltministeriums bundesweit rund 1300 Trinkwasserbrunnen. In einem ersten Schritt sollen Städte und Gemeinden nun etwa 1000 zusätzliche Trinkwasserbrunnen aufstellen.

Hauptstadt-Radar

Persönliche Eindrücke und Hintergründe aus dem Regierungsviertel. Immer dienstags, donnerstags und samstags.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ein großes Konfliktpotenzial zwischen zusätzlichen Trinkwasserbrunnen und Wassermangel sieht der DStGB nicht. „Da die kommunale Trinkwasserversorgung in Deutschland weniger als 3 Prozent der Wassermenge ausmacht, ist im Grundsatz auch genügend Grundwasser für solche Vorschläge vorhanden“, sagte Bernd Düsterdiek vom DStGB.

Einen flächendeckenden Wassermangel wird es trotz der aktuellen Hitze und Trockenheit nicht geben.

Helmut Dedy,

Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages

Der Deutsche Städtetag und der DStGB verweisen jedoch beide auf regionale Unterschiede. „Einen flächendeckenden Wassermangel wird es trotz der aktuellen Hitze und Trockenheit nicht geben. Aber wir merken, dass der Grundwasserspiegel durch den Klimawandel immer stärker schwankt“, sagte Städtetagsgeschäftsführer Dedy. In diesem Sommer gebe es regionale Hotspots, in denen es besonders trocken sei.

Bernd Düsterdiek vom DStGB ergänzte, dass bestimmte Quellen, die stark auf Regen reagieren, bei lang anhaltender Trockenheit nicht genügend Wasser hätten. Dann könne es in den Regionen bei erhöhtem Wasserverbrauch durch Privatleute, Industrie und Landwirtschaft zu Nutzungsengpässen kommen.

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen