Nur ein kleines Zeitfenster

US-Geheimdienst: Ukraine bleiben zur Rückeroberung von Cherson noch anderthalb Monate

Die Ukraine hat in Charkiw große Geländegewinne gemacht.

Die Ukraine hat in Charkiw große Geländegewinne gemacht.

Die Streitkräfte der Ukraine haben ein „Zeitfenster“ von sechs Wochen, um die russische Armee auf dem Schlachtfeld zurückzudrängen. Das sagten Beamte des US-Geheimdienstes laut der „New York Times“. Dies sei der Zeitraum, bevor in vielen Teilen des Landes der Boden schlammig werde und die Armeen zu Pausen und Neuformationen gezwungen seien. Bis dahin könne die Ukraine Städte im Osten und möglicherweise auch Cherson zurückerobern.

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Laut dem US-Geheimdienst gibt es aber kaum eine Chance auf einen größeren Zusammenbruch der russischen Streitkräfte, der es der Ukraine ermöglichen würde, ähnlich große Geländegewinne wie Anfang September in Charkiw zu machen. „Aber einzelne russische Einheiten könnten angesichts des anhaltenden ukrainischen Drucks brechen“, berichtet die „New York Times“. Dadurch habe die Ukraine auch die Chance, die Stadt Cherson zurückzuerobern.

Ukraine startet Rückeroberungsversuch von Cherson

Im von Moskau annektierten Gebiet Cherson haben ukrainische Streitkräfte Angaben der russischen Besatzer zufolge mit Gegenangriffen begonnen.

Anders als der Schlamm im Herbst wird der Schnee im Winter die Kämpfe nach Einschätzung des US-Geheimdienstes nicht verlangsamen. „Später, wenn der Boden gefroren ist, können die Armeen wieder schneller vorankommen“, heißt es. Angesichts der Dynamik der Kämpfe rechnen die USA nicht mit einer längeren Pause der Kämpfe. Russland könne die nächsten vier oder fünf Monate jedoch dazu nutzen, um sich neu zu formieren und seine mobilisierten Soldaten zu trainieren.

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Die USA warnten davor, die russische Armee zu unterschätzen. Sie sei immer noch in der Lage, groß angelegte Artillerieoperationen durchzuführen und die sich durch eine Mobilisierung personell aufzustocken. Die Kommunikation zwischen den russischen Einheiten bleibe aber schwierig, ebenso habe Russland weiter Probleme mit der Logistik. Die Reservisten, die jetzt auf das Schlachtfeld geworfen werden, seien schlecht ausgebildet und schlecht ausgerüstet. Hinzu komme ein Verlust an Ausrüstung und Soldaten, an dem die meisten Armeen zugrunde gegangen wäre.

„Russland steht derzeit vor einigen erheblichen logistischen Herausforderungen“, sagte Pentagon-Sprecher Patrick Ryder. „Diese werden mit Beginn der Wintermonate nur noch schwieriger werden.“

Britischen Militärexperten zufolge erwägt die russische Führung einen größeren Rückzug ihrer Truppen aus dem Gebiet um die ukrainische Stadt Cherson westlich des Flusses Dnipro im Süden der Ukraine. Ein solches Vorhaben werde jedoch erschwert durch die Tatsache, dass alle permanenten Brücken über den einen Kilometer breiten Fluss schwer beschädigt seien, hieß es in der auf Twitter verbreiteten Mitteilung weiter. Russland müsste sich demnach höchstwahrscheinlich stark auf eine temporäre Brücke aus Lastkähnen verlassen, die nahe Cherson kürzlich fertiggestellt wurde, sowie auf militärische Pontonfähren, so die Einschätzung der britischen Experten.

Russland führt seit rund acht Monaten einen brutalen Vernichtungskrieg gegen das Nachbarland Ukraine. Zuletzt erzielte die ukrainische Armee bei ihrer Gegenoffensive in den vergangenen Wochen größere Geländegewinne – insbesondere in den östlichen Gebieten Charkiw und Donezk. Auch aus Cherson meldete die Ukraine zuletzt die erfolgreiche Rückeroberung mehrerer Ortschaften.

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