Anschläge in besetzten Gebieten

Ukrainische Partisanen bringen Putins Truppen in Bedrängnis

In Melitopol verübten ukrainische Partisanen einen Anschlag mit einer Autobombe.

In Melitopol verübten ukrainische Partisanen einen Anschlag mit einer Autobombe.

Bei ihrem Angriffskrieg in der Ukraine muss das russische Militär nicht nur Niederlagen an vorderster Front einstecken. In den besetzten Gebieten bereiten den Kreml-Truppen auch ukrainische Partisanenkämpfer immer größere Probleme, berichtet die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW).

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Die Partisanen, die nicht zu den regulären Streitkräften der Ukraine gehören, führten „effektive Angriffe“ durch, die den Kreml zwingen würden, Ressourcen von der Front abzuziehen, um besetzte Gebiete zu sichern, heißt es in der Analyse der Militärexperten. Das beeinträchtige die Fähigkeit Russlands, sich gegen laufende ukrainische Gegenoffensiven zu verteidigen und schränke die Möglichkeit ein, eigene Offensiven durchzuführen. Die geringe operationelle Sicherheit des russischen Militärs ermögliche diese ukrainischen Partisanenangriffe.

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Ukrainische Partisanen hätten bereits „Dutzende von bestätigten Angriffen in der besetzten Ukraine durchgeführt und bis zum 1. November mindestens elf russische Besatzungsbeamte und prominente Kollaborateure getötet“, schreibt das ISW. Diese Angriffe hätten im März begonnen, als Männer in Militärkleidung, laut ISW „höchstwahrscheinlich ukrainische Partisanen“, den pro-russischen Bürgermeister von Kreminna, Wolodymyr Struk, entführten und töteten.

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Angst vor russischer Rückkehr: RND-Reporter trifft ukrainische Betroffene nahe Cherson

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Anschläge auf Behördenmitarbeiter und Infrastruktur

In ihrer Analyse listet das ISW weitere Attentate unter anderem auf von Russland eingesetzte hochrangige Behördenmitarbeiter und einen pro-russischen Blogger oder auf Infrastruktur wie Brücken auf. Der jüngste derartige Angriff ereignete sich den Angaben zufolge am 25. Oktober, als ukrainische Partisanen einen Anschlag mit einer Autobombe auf das Mediengebäude des Besatzungschefs des Oblast Saporischschja, Jewgeni Balitsky, in Melitopol verübten - dort habe sich eine Zweigstelle des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB befunden. Das genaue Ziel des Angriffs sei unklar, es seien aber fünf Menschen verletzt worden, darunter ein Mitarbeiter des russischen Senders ZaTV.

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Die Liste ukrainischer Partisanenangriffe enthalte nur Ereignisse, die das ISW „mit hoher Zuverlässigkeit anhand visueller Beweise, Fernerkundungsdaten oder Bestätigung durch russische und ukrainische Quellen“ verifizieren könne.

„Der Kreml hat der Partisanenbewegung nichts wirksam entgegenzusetzen“

Ein wichtiger Faktor bei diesen Angriffen sei, dass die russischen Streitkräfte „die Identität pro-russischer Kollaborateure nicht effektiv verschleiern und es versäumt haben, den russischen Besatzungsbeamten in ihren Wohnungen und an ihren Arbeitsplätzen grundlegende Sicherheit zu bieten“, so das ISW. Zudem hätte es das russische Militär versäumt, gefährdete Abschnitte kritischer Infrastruktur wie Eisenbahnkreuzungen und Brücken zu schützen, insbesondere in ländlichen Gebieten. Ukrainische Partisanen hätten auch ungehindert Informationen über Ziele innerhalb des russischen Militärs und der Besatzungsbehörden sammeln und diese an andere Partisanen und das konventionelle ukrainische Militär weitergeben können.

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Vorausblickend schreibt die US-Denkfabrik, dass der zunehmende Personalmangel des russischen Militärs die Fähigkeit der Streitkräfte verringere, rückwärtige Gebiete wirksam gegen Partisanenangriffe zu sichern und sich gleichzeitig gegen ukrainische Gegenoffensiven zu verteidigen. „Der Kreml hat der organisierten Partisanenbewegung der Ukraine weiterhin nichts wirksam entgegenzusetzen und wird wahrscheinlich auch nicht über die Fähigkeiten dazu verfügen“, heißt es in der Analyse.

Das Institute for the Study of War veröffentlichte zudem eine interaktive Karte, in der bisherige und zukünftige Angriffe ukrainischer Partisanen abgebildet werden sollen.

RND/seb

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