Olexij Arestowytsch

Ukrainischer Präsidentenberater: Atomwaffen sind Putins „letzter Joker“

Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch.

Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch.

Berlin. Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch rechnet mit einer Rückeroberung des von Russland völkerrechtswidrig annektierten Gebiets Cherson in spätestens anderthalb Monaten. Das sagte Arestowytsch der Wochenzeitung „Die Zeit“. Kremlchef Wladimir Putin werde möglicherweise versuchen, die Ukraine zu einer Verlagerung der Truppen von Cherson weg nach Norden zu zwingen. Das werde ihm aber nicht gelingen, sagte Arestowytsch auf eine Frage, welche Lage er ein Jahr nach Kriegsbeginn Ende Februar erwarte. „Ich denke, im Februar kommenden Jahres könnte Putin taktische Atomwaffen einsetzen. Das ist sein letzter Joker.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Angst vor einer atomaren Bedrohung hätten die Menschen in der Ukraine jedoch nicht, sagte der Berater im ukrainischen Präsidialamt. „Selbst wenn die Russen zehn bis zwanzig taktische Atomraketen einsetzen würden, dann würde das den Krieg nicht beenden.“ In einem solchen Fall hätten die Russen nicht genügend Leute auf dem Boden, die es für eine Eroberung bräuchte, sagte Arestowytsch.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Putin müsste dann Hunderte taktische Atomwaffen abfeuern, sagte Arestowytsch der „Zeit“ weiter. „Diese Menge würde aber eine Bedrohung für ganz Europa bedeuten, der Wind würde den Fallout auch über die Grenzen wehen.“ Sollten Nato-Staaten involviert werden, dann gebe es eine amerikanische Reaktion. „Die nächste Stufe wäre ein Atomkrieg, das Ende der Zivilisation. Ich glaube nicht, dass das Putins Wunsch wäre.“

Explosion auf der Krim-Brücke: „Ich glaube nicht, dass wir das waren“

Zu Gerüchten, dass die Ukraine für die Explosion auf der für Russland wichtigen Krim-Brücke verantwortlich sei, gab sich Arestowytsch zurückhaltend: „Ich glaube wirklich nicht, dass wir das waren.“ Der Angriff auf die Brücke sei für Putin die perfekte Rechtfertigung dafür, den Krieg auf ein neues Level zu heben. „Vielleicht waren es die Russen selbst, oder es waren die Tschetschenen. Ich weiß es nicht.“ Jedenfalls bräuchten die Russen dringend eine Wende.

Am Samstagmorgen hatte eine Explosion die 19 Kilometer lange Brücke erschüttert, die Russland und die 2014 von Moskau annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim verbindet. Dabei wurde das für Russland strategisch und symbolisch wichtige Bauwerk schwer beschädigt. Offiziellen Angaben aus Moskau zufolge starben vier Menschen.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen